12.05.2026, Startseite

Gartenschau, Schloss und historische Innenstadt

In mehreren Gruppen wurden für die Gäste aus Walldorf Führungen über das Gelände der Landesgartenschau in Ellwangen angeboten. Foto: Stadt Walldorf

Betriebsausflug der Stadt führt nach Ellwangen

„Vielen Dank für den Empfang“, sagt Bürgermeister Matthias Renschler. Er freut sich, dass Ellwangens Oberbürgermeister Michael Dambacher die Gäste aus Walldorf persönlich auf dem Gelände der Landesgartenschau willkommen heißt – für Renschler ein Besuch in seiner „alten Heimatstadt“, in der er aufgewachsen ist. „Wir haben unheimlich viel anzuschauen“, sagt OB Dambacher und verspricht: „Sie haben ein schönes Programm vor sich.“ Beim Gang übers Gartenschaugelände könne man „die Seele baumeln lassen“, aber auch der Besuch von Schloss ob Ellwangen oder ein Bummel durch die Innenstadt versprechen in seinen Augen „einen wunderschönen Tag“.

Über 300 Beschäftigte der Stadt nehmen beim Betriebsausflug die Gelegenheit wahr, die 25.000-Einwohner-Stadt im Ostalbkreis kennenzulernen. Erster Anziehungspunkt für die meisten ist die Landesgartenschau, die mit dem Ziel konzipiert wurde, Ellwangen in eine grüne Erlebnisstadt zu verwandeln und die Jagst wieder stärker in das Stadtleben einzubinden. Unter dem Motto „Ellwangen an die Jagst“ ist ein großzügiges Gelände mit renaturierten Flussufern, neuen Parkanlagen und naturnahen Erlebnisräumen entstanden. „Hier war früher ein relativ trostloses Gelände“, sagt OB Dambacher über die gelungene Umgestaltung der ehemaligen großen Asphaltfläche. Besonders beeindruckend ist die ökologische Umgestaltung der Jagst, die aus ihrem früheren steinernen Bett befreit wurde und wieder in natürlichen Mäandern fließt. Die Besucher aus Walldorf sehen bei der Führung neue Attraktionen wie den Brückenpark, den Stadtstrand und weitläufige Auenlandschaften. Bis 4. Oktober hat die Landesgartenschau geöffnet, über 2000 Veranstaltungen sind geplant.

Alternativ wird eine Führung durch das Schloss ob Ellwangen angeboten, Wahrzeichen der Stadt, das sich majestätisch über der historischen Altstadt erhebt. Ursprünglich wurde die Anlage um das Jahr 1200 als mittelalterliche Wehrburg errichtet und später von den Fürstpröpsten zu einer repräsentativen Residenz ausgebaut. Besonders sehenswert sind der prächtige Arkaden-Innenhof aus der Renaissance, das barocke Treppenhaus mit seiner doppelläufigen Freitreppe sowie der eindrucksvolle Thronsaal. Nach einem schweren Brand im Jahr 1720 erhielt das Schloss sein heutiges barockes Erscheinungsbild und wurde zu einem der bedeutendsten Residenzbauten Ostwürttembergs. Heute beherbergt das Schloss ein Museum mit kostbaren Barock-Krippen, historischen Fayencen und Kunstwerken regionaler Künstler. Vom Schloss aus eröffnet sich zudem ein weiter Blick über Ellwangen und die umliegende Landschaft der Ostalb. Auch die alten Ringmauern, Wirtschaftsgebäude und der barocke Rosengarten vermitteln noch immer die Atmosphäre vergangener Jahrhunderte.

Nicht fehlen darf für die Walldorfer Gäste ein Bummel durch die Innenstadt von Ellwangen, die eine reizvolle Mischung aus barocker Pracht, mittelalterlicher Geschichte und lebendiger Atmosphäre vermittelt. Sehenswert sind die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser, eleganten Bürgerhäuser und historischen Plätze rund um den Marktplatz. Eindrucksvoll wirkt die mächtige Basilika St. Vitus mit ihrer romanischen Architektur, die zu den bedeutendsten sakralen Bauwerken der Region zählt. Wer durch die Innenstadt schlendert, spürt schnell den besonderen Charme einer kleinen Residenzstadt, in der Geschichte, Kultur und schwäbische Gastfreundschaft harmonisch zusammenfinden. Bei der Einkehr zur Mittagszeit traut sich der eine oder andere aus der Walldorfer Gruppe sogar an ein Traditionsgericht der Ellwanger Küche: Saure Kutteln, so ist zu erfahren, sind zum „Kalten Markt“, einem der ältesten und bedeutendsten Pferdemärkte Süddeutschlands im Januar, ein absolutes Muss. Alternativ finden sich auf den Speisekarten aber für die badischen Gäste auch gängigere Gerichte.