29.04.2026, Startseite

Mehr Raum für den Fußverkehr

Der zweite Abschnitt der Schwetzinger Straße wird voraussichtlich ab November saniert. Foto: Stadt Walldorf

Sanierung des zweiten Abschnitts der Schwetzinger Straße soll im November starten

Für Bürgermeister Matthias Renschler ist es „eine größere Maßnahme, die die ganze Stadt tangieren wird“: die Sanierung des zweiten Abschnitts der Schwetzinger Straße, mit der voraussichtlich im November begonnen wird und die etwa 13 Monate dauern soll. Nach den Worten von Stadtbaumeister Andreas Tisch will man damit an den ersten Abschnitt anschließen, der 2021/22 saniert worden war. „Wir haben Schäden an der Fahrbahn und müssen an die Infrastruktur denken“, sagte Tisch zur voraussichtlichen Investition von fast zwei Millionen Euro für die Stadt. Zusätzlich werden für die Stadtwerke Walldorf Kosten in Höhe von rund 850.000 Euro anfallen. Der Gemeinderat fasste den Baubeschluss für den Abschnitt zwischen den Bereichen Hintere Graben-/Hildastraße und Rennbahn-/Bleichstraße. Mit der Einstufung als „große städtische Tiefbaumaßnahme“ wird Gewerbetreibenden, die dadurch finanzielle Einbußen erleiden, die Möglichkeit eröffnet, städtische Zuschüsse zu beantragen.

Die Straße weist laut dem Stadtbaumeister deutliche Schäden auf. Neben der Fahrbahn müssen auch Leitungen, Entwässerung und Stromversorgung grundlegend modernisiert werden. Die Planung sieht deshalb eine umfassende Erneuerung in zwei Bauphasen vor, um die Belastungen für die Anwohner möglichst zu begrenzen. Kern der Maßnahme ist eine Neuaufteilung des Straßenraums: Die Fahrbahn soll sechs Meter breit sein, der östliche Gehweg wird deutlich verbreitert. Parkplätze wollen die Planer in die Gehwegflächen integrieren. „Dem Fußverkehr soll mehr Raum gegeben werden“, sagte dazu Andreas Tisch. Schwieriger bleibe es angesichts der Platzverhältnisse für den Radverkehr, der sich auch künftig im Mischverkehr bewegen oder die parallel verlaufende Fahrradstraße Kurpfalzstraße wählen müsse.

Auch gestalterische und ökologische Aspekte spielen eine Rolle. Geplant sind mehrere Baumstandorte sowie eine zusätzliche Begrünung durch Pflanzkübel, um das Mikroklima zu verbessern. Eine neue Beleuchtung, barrierefreie Querungshilfen und moderne Infrastruktur sollen die Straße insgesamt aufwerten. Während der Bauzeit werden Vollsperrungen und umfangreiche Umleitungen notwendig, von denen auch der Busverkehr betroffen sein wird.

Mathias Pütz begrüßte es für die CDU, den Startschuss für „eine zeitgemäße Umgestaltung“ der Straße geben zu können. Die Planungen schaffen in seinen Augen die wesentlichen Voraussetzungen für „eine erträgliche“ Bauphase. Die betroffenen Gewerbetreibenden rege man ausdrücklich dazu an, das Förderprogramm der Stadt in Anspruch zu nehmen. „Die Dringlichkeit kann jeder feststellen“, sagte Manfred Zuber (SPD) und stellte fest, dass die Entwurfsplanung die bisherige Sanierung konsequent fortsetze. Man bedaure, dass kein separater Radweg möglich sei. Allerdings gebe es die Kurpfalzstraße als Alternative. Die SPD dränge darauf, in einer Bürgerveranstaltung über die Änderungen im ÖPNV und die Erreichbarkeit der Grundstücke zu informieren.

Die Schwetzinger Straße ist sichtbar in die Jahre gekommen“, sagte Dagmar Criegee (FDP). Ihre Fraktion begrüße, durch zusätzliche Bäume und weitere Pflanzen das Mikroklima zu verbessern, und die freiwillige Unterstützung von Kleinstunternehmen. Das gelte auch für eine Infoveranstaltung für Anwohner und Betriebe. „Eine große Belastung für Anwohner und Pendler“ befürchtet Moritz Winnes (Bündnis 90/Die Grünen), dennoch sei es „richtig, die Straße zu sanieren“. Die geplante Umleitungsstrecke für den ÖPNV sei „nicht optimal, aber ohne Alternativen“. Auch er bedauerte, dass nicht genügend Platz für einen Schutzstreifen für Radfahrer zur Verfügung stehe. „Uns freut, dass es weitere Bäume geben wird.“

„Die Sanierung ist absolut notwendig“, sagte Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf).  Ein echter Gewinn seien die Verbesserungen für den Fußverkehr, wichtig sei auch die Unterstützung der Gewerbetreibenden, die man nicht allein lassen dürfe. „Jeder Baum ist ein wichtiger Beitrag für das Mikroklima“, sagte sie und bat die Stadt ebenfalls, die Bürger „transparent zu informieren“.