25.02.2026, Startseite
Motor, Gestalter und Herz des AQWA
Der ehemalige Bäderpark-Leiter Ulrich Schumann (li.) ist im Alter von nur 55 Jahren unerwartet verstorben. Das Archivbild zeigt ihn bei seiner Verabschiedung aus Walldorf durch Stadtwerke-Geschäftsführer Matthias Gruber. Archivfoto: Stadt Walldorf
Zum Tode des ehemaligen Bäderpark-Leiter Ulrich Schumann
Unter großer Anteilnahme wurde am vergangenen Wochenende Ulrich „Uli“ Schumann in seiner Heimatgemeinde Böchingen bei Landau beigesetzt. Der frühere Leiter des AQWA Bäder- und Saunaparks war am 21. Januar im Alter von nur 55 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben. Er wurde in seinem Büro in der Altmühltherme in Treuchtlingen, deren Leitung er nach seiner Walldorfer Zeit Anfang 2015 übernommen hatte, tot aufgefunden. „Ulrich Schumann hat das AQWA in seiner heutigen Form entscheidend geprägt“, sagt mit dem scheidenden Geschäftsführer der Stadtwerke Walldorf, Matthias Gruber, ein langjähriger Wegbegleiter. „Uli war Motor, Gestalter und Herz dieses Projekts“, erklärt der heutige Bäderpark-Leiter Stefan Gottschalk in seinem Nachruf zu Schumanns entscheidendem Anteil an der Entwicklung vom ehemaligen Waldschwimmbad zum modernen Bäderpark.
Ulrich Schumann, 1970 in Landau in der Pfalz geboren, wechselte Mitte der neunziger Jahre aus seiner Heimatstadt nach Walldorf. „Er brachte seine umfassende Expertise, seine Leidenschaft für das Bäderwesen und seine außergewöhnliche Gestaltungskraft in das damalige kommunale Schwimmbad ein“, sagt Gottschalk, der mit dem Verstorbenen 1990/91 die Meisterschule zum Geprüften Schwimmmeister in Mannheim besuchte. „Uli prägte das Walldorfer Schwimmbad wie kaum ein anderer“, fügt er an. Schumann war ursprünglich bei der Stadt beschäftigt und wechselte 1999 gemeinsam mit dem Bad zu den Stadtwerken Walldorf, als diese den Betrieb übernahmen.
Matthias Gruber erinnert an die großen Projekte, die man gemeinsam verwirklichen durfte. Mit der Neugestaltung des Freibadgeländes, gerade auch rund um den Badesee – Schumann sprach damals gerne vom „Krater“, der durchs Absinken des Grundwasserspiegels entstanden war, sich mit der Neumodellierung des Uferbereichs dann wieder deutlich besser ins Gesamtensemble einfügte –, mit dem Neubau des Hallenbads, das am 8. Oktober 2011 eingeweiht wurde, und mit der schon 2014 folgenden Erweiterung der Sauna, zu der sich damals auch die Salzlounge gesellte. „Viele durften erleben, wie aus Ideen Visionen wurden und aus Visionen Realität“, sagt Gottschalk in seinem Nachruf.
Bis die erweiterte Sauna im Herbst 2015 eingeweiht werden konnte, hatte Ulrich Schumann allerdings eine neue Herausforderung gefunden. Zwar, so sagte er damals, habe er sich in Walldorf immer sehr wohlgefühlt und beruflich beste Voraussetzungen vorgefunden, dennoch hatte er nun nach eigenen Worten auch das Gefühl, im komplett neu gestalteten AQWA „alles erledigt“ zu haben, was zum damaligen Zeitpunkt möglich war. So folgte er dem Ruf nach Treuchtlingen ins Altmühltal.
Dort wartete mit der jährlich 360.000 Besucher anziehenden, großen Altmühltherme, bestehend aus Thermal- und Heilbad, Saunalandschaft, Sportbecken, Riesenrutschen, Freibad und einem der größten Gesundheits- und Therapiezentren der Region, wieder viel Arbeit auf ihn, hatte doch der Zahn der Zeit an der Anlage genagt. Von 2016 bis 2020 wurde die Anlage in mehreren Abschnitten umgebaut und barrierefrei gestaltet. Ulrich Schumann übernahm nicht nur die Leitung der Altmühltherme, sondern wirkte zuletzt in Personalunion auch als Stadtwerke-Vorstand und Geschäftsführer der Altmühltherme Treuchtlingen. „Auch dort hinterlässt er Spuren, die weit über den beruflichen Alltag hinausreichen“, erklärt Stefan Gottschalk in seinem Nachruf. Und er fügt an: „Wir verlieren mit Uli einen Menschen, der mit Leidenschaft, Weitsicht und Herz gearbeitet hat. Einen Menschen, der Bäder nicht nur betrieben, sondern gelebt hat. Einen Menschen, der Spuren hinterlässt – in Walldorf, in Treuchtlingen und in den Herzen all jener, die ihn kannten.“