01.04.2026, Startseite

Neue Büroflächen für die Stadtverwaltung

Die Grundstücke in der Johann-Jakob-Astor-Straße 3 (Mitte) und 5 (rechts) sollen mit einem neuen Dienstleistungsgebäude bebaut werden. Foto: Stadt Walldorf

Dienstleistungsgebäude soll das Rathaus entlasten

Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der geplanten Bebauung der Grundstücke Johann-Jakob-Astor-Straße 3 und 5 beschäftigt. Dort sollen zusätzliche Büroflächen für die Stadtverwaltung entstehen. Das Gremium beauftragte die Verwaltung bei einer Gegenstimme (Christian Schick, SPD) mit den weiteren Schritten. Um die Vergabe der Planungsleistungen möglichst schnell durchführen zu können, beschloss der Rat zudem mehrheitlich, ein vom Stadtbauamt vorgeschlagenes alternatives Vergabeverfahren zu wählen. Diese Entscheidung fiel bei 13 Ja-Stimmen, viermal Nein (Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, Christian Schick, Petra Wahl, Manfred Zuber, alle SPD) und drei Enthaltungen (Dr. Gerhard Baldes, CDU, Mihriban Gönenç, Zusammen für Walldorf, und Lorenz Kachler, SPD).

„Wir wollen den Bereich baulich entwickeln“, sagte Stadtbaumeister Andreas Tisch und stellte dem Gremium die Überlegungen für die Grundstücke vor, die sich seit 2024 im städtischen Besitz befinden. Ziel ist es, auf der zentral gelegenen Fläche ein neues Dienstleistungsgebäude zu errichten, um dringend benötigte Büroflächen für die Stadtverwaltung zu schaffen. Denn das Rathaus stößt zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Neben den rund 30 Büroarbeitsplätzen gebe es im Erdgeschoss, so Tisch, ergänzend die Möglichkeit, ein Ladengeschäft unterzubringen. Die Planung sieht ein zweigeschossiges Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss vor, das sich städtebaulich in die Umgebung einfügt und zusammen mit der benachbarten Scheune Hillesheim ein Ensemble bildet.

Ein besonderes Augenmerk soll auf der städtebaulichen Einbindung liegen. Die Grünflächen im hinteren Bereich bleiben nach der bisherigen Planung erhalten. Eine Tiefgarage habe man geprüft, jedoch aus wirtschaftlichen und baulichen Gründen verworfen. Für die Beauftragung eines Planungsteams schlug die Verwaltung ein alternatives Vergabeverfahren vor, dass auf dem Gutachten eines Rechtswissenschaftlers der Universität München basiert und eine schnellere Vergabe von Planungsleistungen ermöglicht, da es unter bestimmten Voraussetzungen nationale statt europaweiter Ausschreibungen erlaubt. Zwar sei der Ansatz rechtlich nicht unumstritten, das Verfahren werde aber bereits von anderen Kommunen genutzt.
Mathias Pütz (CDU) sprach von einer „planerischen Herausforderung“ in einem „sensiblen Bereich des Stadtkerns“. Neben den Büroräumen einen zusätzlichen Laden zu schaffen, sei sinnvoll, die „alternative Vergabe“ halte seine Fraktion für „durchführbar“. Manfred Zuber (SPD) sah bislang „eine ansprechende Planung“. Die Büroräume seien für die Verwaltung ebenso wichtig wie die Ladeneinheit „für eine funktionierende Innenstadt“. Die SPD könne allerdings dem alternativen Verfahren nicht zustimmen, da es rechtlich umstritten sei. Seine Fraktionskollegin Petra Wahl störte sich am „enormen Zeitdruck“, den es plötzlich gebe – auf „ein paar Monate mehr“, die man für das übliche VgV-Verfahren brauche, dürfe es aus ihrer Sicht nicht ankommen.

„Angesichts des Zeitdrucks erscheint uns das sinnvoll“, sagte dagegen Günter Lukey (FDP). Man schaffe dringend benötigte Büroflächen und schließe eine städtebauliche Lücke. Er mahnte allerdings, man müsse dann auch dafür sorgen, „dass das Ladenlokal nicht leersteht“. Moritz Winnes (Bündnis 90/Die Grünen) konnte dem Vergabeverfahren zustimmen: „Man muss auch mal was Neues wagen“, sagte er. Ein Neubau mit Büros für die Verwaltung bietet sich aus seiner Sicht auf dem Grundstück an, auch die Gewerbefläche im Erdgeschoss sei sinnvoll. „Die Lage ist sehr gut“, erklärte er. Als „echten Mehrwert für die Innenstadt“ beurteilte Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf) die Planung, mit der man eine bestehende Fläche sinnvoll entwickle und den Bereich aufwerte. Der Wunsch nach einem schnelleren Vergabeverfahren ist ihrer Meinung nach „nachvollziehbar, es muss aber rechtssicher sein“.

Christian Schick (SPD) begründete seine Gegenstimme mit „Unsicherheit“ angesichts offener Fragen. Noch wisse man nicht, welche Bereiche der Verwaltung die Räume im neuen Gebäude beziehen sollen. „Wie ist die Aufteilung geplant? Wer geht wohin?“ Das hätte er gerne gewusst, konnte deshalb aktuell nicht zustimmen, auch wenn er den Platzbedarf anerkenne.