13.01.2026, Startseite

Zuversichtlich nach vorne schauen

Rainer Arens, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Heidelberg, spricht beim Neujahrsempfang der Stadt Walldorf über die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen.
Foto: Pfeifer

Rainer Arens, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Heidelberg, schaut positiv auf 2026

„Wir haben allen Grund, mit Mut und Zuversicht in das Jahr 2026 zu starten“, sagt Rainer Arens als Fazit seiner Rede. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Heidelberg spricht beim Neujahrsempfang der Stadt Walldorf unter dem Titel „Unsere Region. Unsere Verantwortung. Gemeinsam Zukunft gestalten“ und fordert, trotz aller aktuellen Herausforderungen „zuversichtlich nach vorne zu schauen“. Bürgermeister Matthias Renschler, der zuvor die Neujahrsansprache gehalten hat (siehe separaten Bericht), dankt dem Gastredner herzlich für seinen Beitrag, „vor allem für den positiven Appell“.

„Den gesamtwirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie strukturellen Voraussetzungen können wir uns nicht entziehen, wir müssen mit ihnen umgehen“, meint Arens gegen Ende seiner Ausführungen, in denen er sich „aus der Perspektive eines lokalen Players“ den aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen widmet. Dafür sei es wichtig, dass man sich bewusst mache, „in welch‘ außergewöhnlicher Region wir unterwegs sind“, sagt er und zählt einige der Stärken auf: so das hohe Lohnniveau und die hohe Kaufkraft, die vergleichsweise geringe Arbeitslosigkeit, Unternehmen mit Weltruf – wie in Walldorf beispielsweise SAP, die Heidelberger Druckmaschinen und John Deere –, das hervorragende Bildungsangebot mit Schulen und Universitäten, die sehr gute medizinische Versorgung und die aktive Start-up-Szene, gerade auch in den Zukunftstechnologien. Kritik am Ist-Zustand dürfe man immer üben, das stehe nicht im Widerspruch zur Zuversicht, so der Gastredner. „Wir können auf das vertrauen, was wir schon erreicht haben“, sagt Arens.

Der Sparkassen-Chef, seit 2018 Vorstandsvorsitzender, stellt zunächst sich persönlich und sein Kreditinstitut vor, das mit einer Bilanzsumme von 8,4 Milliarden Euro zu den zehn Prozent der bundesweit größten Sparkassen zähle. Beim Blick auf die Gesamtwirtschaft und das Bruttoinlandsprodukt stellt er fest: „Wir haben nicht wirklich ein wirtschaftliches Wachstum.“ Das belegten auch Analysen der Wirtschaftsstimmung, etwa durch die EU-Kommission, in denen derzeit beispielsweise Spanien und auch Italien über ihrem langfristigen Durchschnitt lägen, während Deutschland „sehr verhalten unterwegs“ sei. Und laut dem ifo-Geschäftsklimaindex habe sich die Stimmung der Unternehmen in Deutschland zuletzt noch verschlechtert. Positiv dagegen: Die Inflation sei gefallen und liege bei etwa zwei Prozent, „da haben wir erst einmal relative Ruhe“. Die Lohnentwicklung zeige zudem einen deutlich sinkenden Lohndruck. Arens schaut mit Blick auf das Gesamtpaket aus Entwicklung auf den Aktienmärkten, Rohstoffpreisen und Zinsumfeld insgesamt eher zuversichtlich nach vorne: „Ich erwarte, dass die Konjunktur 2026 leicht ansteigt.“

Eine ohnehin „positivere Erwartung“ herrscht aus Arens‘ Sicht in der Region. „Die Sparkasse Heidelberg hat 2025 das zweitbeste Kreditergebnis ihrer Geschichte geschrieben“, nennt er dafür ein Beispiel. Arens sieht eine starke Region – Grund dafür sind seiner Meinung nach die enge lokale Verbundenheit vieler Akteure, die daraus entstehende Nähe und der regionale Bezug, die Wertschätzung füreinander sowie „Akteure, die ihre Region nicht nur als Standort, sondern als Lebensraum und Zukunftsgemeinschaft erkennen“. Und natürlich „regionale Banken als Partner, die sich als fester Teil der Region verstehen“, so Arens. „Wir können und wollen für die Region arbeiten“, sagt er, das sei auch in der Satzung der Sparkasse verankert. Dafür nennt er zahlreiche Beispiele, vom Engagement für Sport, Kunst und Kultur bis hin zur aktuell gestarteten Kooperation mit einer Lernplattform, über die es schon 1100 Anmeldungen für kostenlosen Nachhilfeunterricht gebe. „Die Gesellschaft hat ein Thema und wir nehmen es auf“, fasst Arens zusammen.