22.06.2026, Startseite
„Die Vielfalt ist Walldorfs große Stärke“
Das Jubiläum 125 Jahre Stadtrechte ist auch auf dem Gewerbegebietsfest präsent. Daran erinnern (v.li.) Regierungsvizepräsident Peter Hahn, Bürgermeister Matthias Renschler, Stadtbaumeister Andreas Tisch sowie Sandra Seitz und Susanne Nisius von der städtischen Wirtschaftsförderung. Foto: Helmut Pfeifer
Das Gewerbegebietsfest zeigt die lebendige Mischung am Wirtschaftsstandort
„Es ist definitiv zu heiß“, sagt Bürgermeister Matthias Renschler. Das Gewerbegebietsfest in der Altrottstraße leidet am Samstag unter den hohen Temperaturen. Rund 36 Grad meldet das Thermometer, als der Bürgermeister kurz nach 15 Uhr auf dem Hof der Stadtwerke zur Begrüßung spricht und großes Verständnis für alle äußert, die angesichts der Hitze lieber im Schwimmbad oder in kühleren Räumlichkeiten sind. Renschler heißt neben Vertretern der teilnehmenden Unternehmen und einigen Besuchern den Regierungsvizepräsidenten Peter Hahn in Walldorf willkommen, der für das Regierungspräsidium Karlsruhe zum offiziellen Abschluss der Mobilitätswoche spricht und dabei unter anderem auf den Mobilitätspakt, die Aktionen der Kampagne Radkultur und die temporäre Fahrradstraße im Kleinfeldweg eingeht.
Das Fest, so der Bürgermeister, zeige auf schöne Weise, was das Gewerbegebiet ausmache, nämlich Leistungsfähigkeit, Ideenreichtum und Vielfalt. „Genau diese Vielfalt ist eine große Stärke Walldorfs“, sagt Matthias Renschler. „Hier sind große Namen und kleinere Betriebe, innovative Unternehmen, Handwerk, Dienstleistung, Technik, Mobilität, Beratung, Sicherheit, Kreativität und viele weitere Branchen vertreten. Diese Mischung macht unseren Wirtschaftsstandort nicht nur stark, sondern auch lebendig.“ Walldorf sei weit über die Region hinaus als Wirtschaftsstandort bekannt. Aber was eine Stadt wirklich trage, seien „vor allem die Menschen, die mit Engagement, Fachwissen und Mut jeden Tag daran arbeiten, dass Unternehmen erfolgreich sind, Arbeitsplätze gesichert werden und Neues entstehen kann. Dafür möchte ich heute ausdrücklich Danke sagen“, erklärt der Bürgermeister. „Unser Gewerbe ist nahbar, engagiert und Teil des städtischen Lebens“, lädt er dazu ein, die Stände mit Mitmachaktionen, vielen Informationen und Angeboten für die ganze Familie zu besuchen.
Matthias Renschler schlägt den Bogen zur Mobilitätswoche. Gerade im Gewerbegebiet zeige sich, wie wichtig gute Mobilität für eine moderne Stadt und einen starken Wirtschaftsstandort sei. „Menschen müssen sicher, zuverlässig und möglichst unkompliziert zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen und wieder nach Hause kommen“, sagt der Bürgermeister. Deshalb sei es richtig, neue Wege zu erproben, zum Beispiel mit der temporären Fahrradstraße im Kleinfeldweg, die als Verkehrsversuch für drei Monate eingerichtet wurde und die Verbindung zwischen Bahnhof und Gewerbegebiet verbessern soll. „Solche Maßnahmen stehen für den Anspruch, Mobilität nicht nur zu verwalten, sondern aktiv weiterzuentwickeln“, so Renschler.
Darauf geht auch Regierungsvizepräsident Peter Hahn ein, der vom „engen Schulterschluss“ von Politik, Verwaltung und Wirtschaft im seit acht Jahren bestehenden Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch spricht. Die Partner arbeiteten intensiv an Lösungen, beispielsweise „für eine bessere Anschlussmobilität vom Bahnhof bis zu den jeweiligen Unternehmen in den Gewerbegebieten“. Eine Befragung der Pendlerinnen und Pendler habe ergeben: „Die Region Walldorf-Wiesloch ist eine Rad-Region.“ Das Fahrrad werde hier doppelt so oft für den Arbeitsweg genutzt wie im bundesweiten Vergleich. Allerdings, so Hahn, habe die Befragung auch gezeigt, dass die Angebote zum nachhaltigen Pendeln nicht bekannt genug seien. Hier setzten die Mobilitätswoche und die Aktivitäten der Kampagne Radkultur an. So gebe es zahlreiche kurzfristige Verbesserungen auf der Pendlerroute zwischen Walldorf und Wiesloch, neue und erneuerte Markierungen sowie die temporäre Fahrradstraße – vom Landesverkehrsministerium auf Walldorfer Gemarkung mit 25.000 Euro gefördert. Die Radkultur ergänzte die Aktionswoche mit Verpflegungsstationen, vielen Informationen und zum Abschluss auf dem Gewerbegebietsfest mit einem Fahrradcheck.
Zwar zieht das Fest selbst wetterbedingt keine so große Besucherzahl wie erhofft an, doch die beteiligten Unternehmen machen daraus das Beste: Man tauscht sich untereinander aus, netzwerkt, lernt die Angebote und Produkte der Nachbarn kennen. Ein buntes Rahmenprogramm mit Musik von Jörg Schreiner und Mitmachaktionen vom Torwandschießen bis zum Entenangeln sorgt für Kurzweil, auch ans leibliche Wohl ist gedacht.