25.03.2026, Startseite
Ein Ausflug in die vielfältige Welt der Start-ups
Zum Unternehmertreffen bei der Innowerft begrüßten Bürgermeister Matthias Renschler, die Geschäftsführer Dr. Thomas Lindner und Inga-Marit Nölle, Susanne Nisius und Sandra Seitz (Wirschaftsförderung), Ines Schweickert und Erster Beigeordneter Otto Steinmann rund 80 interessierte Gäste. Foto: Stadt Walldorf
Innowerft ist Gastgeber des Unternehmertreffens der Stadt
Bürgermeister Matthias Renschler wünscht „einen unterhaltsamen, spannenden Austausch“. Gastgeber beim Unternehmertreffen der Stadt ist die Innowerft, deren Geschäftsführer Dr. Thomas Lindner gemeinsam mit seiner Co-Geschäftsführerin Inga-Marit Nölle rund 80 Gäste begrüßen darf. „Vielen Dank, dass wir hier sein dürfen“, sagt der Bürgermeister. Sein weiterer Dank gilt den anwesenden Unternehmern, „dass Sie Ihre Geschäfte in Walldorf betreiben“, sowie Susanne Nisius und Sandra Seitz von der städtischen Wirtschaftsförderung für die Organisation der beliebten Veranstaltung. „Das Unternehmertreffen ist eine Erfolgsgeschichte“, stellt der Bürgermeister fest.
Ehe Thomas Lindner und Inga-Marit Nölle die Innowerft und einige der von ihr geförderten Start-ups vorstellen, spricht Matthias Renschler eine Reihe von Themen an, die für alle wichtig sind. So die vom Gemeinderat im Januar beschlossene Unternehmens- und Eigentümerbefragung, für die alle registrierten Unternehmen ab drei Mitarbeitern in den drei Gewerbegebieten (Industriegebiet, Gewerbegebiet West, MetropolPark) sowie die Betriebe in der Innenstadt angeschrieben werden. „Mitte April gehen die Schreiben raus“, sagt Susanne Nisius. Sollte jemand bis Ende April nichts von der Stadt gehört haben, sollte man sich bei der Stabsstelle Wirtschaftsförderung melden. Abgefragt werden unter anderem die Struktur der Betriebe, die Zufriedenheit mit dem Standort, der aktuelle und zukünftige Flächen- und Investitionsbedarf, die Hemmnisse für Entwicklung und Wachstum, die Personal- und Fachkräftesituation sowie die Potenziale für Umnutzung, Erweiterung oder neue Ansiedlungen. Die Stadt erhofft sich belastbare Daten für gezielte Maßnahmen der Wirtschaftsförderung.
Daneben erwähnt der Bürgermeister auch das im Stadtgebiet dank der auffälligen Beflaggung gut sichtbare Jubiläum „125 Jahre Stadtrechte“, das für 20. Juni geplante Gewerbegebietsfest und die zwölf neuen Schnellladepunkte, die in Kooperation von SAP und Shell entstanden sind (den Bericht gibt es hier). Inga-Marit Nölle sagt über die 2010 von den drei Gesellschaftern Stadt Walldorf, SAP und Forschungszentrum Informatik (FZI) Karlsruhe ins Leben gerufene Innowerft: „Wir investieren in Start-ups, die alle aus dem B2B-Bereich kommen“ – also Unternehmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen anderen Unternehmen anbieten. Aktuell sind das nach den Worten der Geschäftsführerin 25 Start-ups „in den unterschiedlichsten Phasen“ der Entwicklung. „Wir haben auch schon einige Exits gemacht“, sprich Beteiligungen an einem Start-up gewinnbringend veräußert. So konnte 2024 eine Beteiligung für stolze 462.000 Euro verkauft werden. Aktuell hat die Innowerft 18 Mitarbeiter und 350 Investment-Partner.
Wie unterschiedlich die Start-ups sind, deren Entwicklung hier vorangetrieben wird, zeigt die kurze Vorstellung einer Handvoll Beispiele: Das Start-up „adric“ kümmert sich laut Inga-Marit Nölle um die automatische Rechnungsprüfung, ist noch relativ neu, entwickelt sich aber schnell. „Faibrics“ hat eine KI-gestützte Qualitätskontrolle für die Textilfabrikation kreiert. „Kreatory“ ist eine Plattform, die Marken und Influencer miteinander verbindet. „Direkt aus dem KIT mit bahnbrechender Technologie“ kommt laut Thomas Lindner das Start-up „varmo“, das Sensoren für die Wärmeflussmessung drucken kann. Und „auditect“ widmet sich über eine Audio-Erkennung, hinter der ebenfalls eine KI steckt, dem Thema Sturz im Alter, wie auf diesen schnell reagiert oder er ganz vermieden werden kann. „Das läuft derzeit im Astor-Stift im Probetrieb“, sagt Lindner. Dr. Julia Reichert stellt ihr Start-up „Onuava“ selbst vor: „Wir beschäftigen uns mit der Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden“, unterstütze man bei allen Fragen rund um „Familiengründung, Frauen- und Männergesundheit“.
Mit dem „Digital Hub Walldorf“, dem sich Bettina Reinhard widmet, will die Innowerft als einer von drei Partnern „die Digitalisierung in den Mittelstand bringen“ – und das im Auftrag des Landes Baden-Württemberg. Neu sind in diesem Zusammenhang die vom Wirtschaftsministerium geförderten Innovationsgutscheine „Mittelstand trifft Start-up“. Für Bettina Reinhard „ein schönes Angebot, um den ersten Schritt zu machen“. Ines Schweickert (RS Holding GmbH) bietet Führungen durchs Haus und einen Blick in die benachbarte S-Factory der SAP an – einer ehemaligen Lagerhalle von Schweickert, in der das Softwareunternehmen seinen Kunden heute funktionsübergreifende Geschäftsprozesse demonstriert. Nach dem offiziellen Teil wünscht Susanne Nisius guten Appetit. Die Metzgerei Pütz sorgt fürs leibliche Wohl der Gäste des Unternehmertreffens, die dabei die Gelegenheit nutzen, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Das nächste Treffen wird am 18. Mai bei Anpfiff ins Leben stattfinden.