25.02.2026, Startseite

Ein inklusives Theatererlebnis für alle Generationen

Das engagierten Ensemble des inklusiven Theaterprojekts mit der Premieren-Aufführung von „Der kleine Prinz“. Foto: Stadt Walldorf

„Der kleine Prinz“ feiert im Mehrgenerationenhaus Premiere

Am Ende war der Applaus des begeisterten Publikums den engagierten Darstellerinnen und Darstellern des inklusiven Theaterprojekts sicher. Mit der Premieren-Aufführung von „Der kleine Prinz“ nach der Romanvorlage von Antoine de Saint-Exupéry brachten die 22 Schauspielerinnen und Schauspieler im Alter von sieben bis 69 Jahren eine Geschichte auf die Bühne des Atriums des Mehrgenerationenwohnhauses, die auch mehr als 80 Jahre nach ihrem Erscheinen nichts von ihrer Aktualität verloren hat – ihre Botschaften über Freundschaft und Menschlichkeit berühren nach wie vor.

Das Stück entstand im Rahmen der seit 2023 jährlich stattfindenden Theaterprojektwoche des Vereins Generationenübergreifendes Leben Walldorf (GeLeWa). Die Theatergruppe ist inklusiv und formiert sich jedes Jahr neu für das Projekt. Üblicherweise haben die Beteiligten fünf Tage Zeit für die Proben bis zur Aufführung. In diesem Jahr waren es sogar nur vier, wie Andrea Gramlich vom GeLeWa-Vorstand bei der Begrüßung erklärte. Das Publikum, darunter Bürgermeister Matthias Renschler und der Erste Beigeordnete Otto Steinmann, zeigte sich beeindruckt. Umso bemerkenswerter war, was die beiden Theaterpädagoginnen Anja Beatrice Kaul und Claudia Gottuk-Brede in dieser kurzen Zeit mit der Gruppe auf die Beine gestellt haben.

Szene für Szene wurden die Reisen des kleinen Prinzen, der von unterschiedlichen Darstellern gespielt wurde, lebendig nachgestellt. Dabei traf er auf ganz unterschiedliche, oft sehr einsame Zeitgenossen – den Eitlen, den König, die Säufer –, die er meist ratlos zurückließ: „Was bedeutet bewundern?“ oder „Was kann man mit all den Sternen machen?“ Die Geschichte nahm immer wieder Bezug auf aktuelle Themen, etwa wenn die Laternenanzünder ihre Arbeit immer schneller verrichteten: „Keine Zeit, keine Zeit!“

Dazwischen wurde getanzt, philosophiert und auch mal auf Saarländisch gelallt. Heitere und ernste Momente wechselten einander ab, bis schließlich die wohl bekannteste Erkenntnis der Geschichte deutlich wurde: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Die Schauspieler brachten viel Spielfreude mit und bewegten sich sicher in den liebevoll gestalteten Kostümen und Kulissen. Das Publikum zeigte sich davon begeistert und spendete sogar nach einzelnen Szenen Applaus. 

Nach dem Stück dankte Andrea Gramlich allen Beteiligten der Projektwoche, die sich mit viel Herzblut eingebracht hatten. Sie betonte außerdem, wie wichtig die finanzielle Unterstützung durch Sponsoren sei – nur so könne 2027 erneut ein Stück auf die Bühne gebracht werden. 

Mit der Einladung zu einem gemeinsamen Gedankenaustausch über die zentrale Botschaft des Stücks, Gesprächen mit den Darstellerinnen und Darstellern sowie Häppchen und Getränken ging die gelungene Premiere zu Ende.