08.10.2026, Startseite
Energieverbrauch senken, Wohnwert verbessern
Die Wohngebäude in der Johann-Strauß-Straße 15 und 17 werden im kommenden Jahr energetisch saniert. Foto: Stadt Walldorf
Gemeinderat beschließt die Sanierung der Gebäude Johann-Strauß-Straße 15 und 17
Zwar seien die Kosten in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro „schon eine stolze Summe“, so Stadtbaumeister Andreas Tisch, dafür werde aber auch viel umgesetzt: eine energetische Sanierung, die Dekarbonisierung und eine Verbesserung des Wohnwerts. Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme in den zum Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft gehörenden Gebäuden in der Johann-Strauß-Straße 15 und 17 dann auch einstimmig. Die beiden Häuser umfassen insgesamt 16 Wohnungen mit rund 1335 Quadratmetern Wohnfläche. „Wir wollen im Lauf des nächsten Jahres starten“, die Umsetzung soll für die Bewohnerinnen und Bewohner „so verträglich wie möglich“ erfolgen. Die Stadt hoffe auf Fördermittel von bis zu 480.000 Euro aus dem KfW-Programm für energetische Sanierungen.
„Wir stehen voll hinter der Sanierungsstrategie des Eigenbetriebs“, erteilte Mathias Pütz die Zustimmung der CDU-Fraktion und bescheinigte „eine durchdachte Herangehensweise“. Eine „sehr gute Sanierungsplanung“, sah Manfred Zuber (SPD), die Kosten seien „für diese Qualität noch günstig“. Für die FDP stimmte Günter Lukey zu: Grundsätzlich leisteten die energetischen Sanierungen kommunaler Gebäude einen wichtigen Beitrag „zur Erreichung unserer Klimaziele“. Andererseits sei die Sanierung im Bestand mit einem hohen Aufwand verbunden. Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) freute sich über die umfassende energetische Sanierung. „Das ist genau das, was wir uns vorstellen“, sagte er. Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf) sah einerseits „einen wichtigen Schritt“, um den städtischen Wohnungsbestand zukunftsfähig zu machen. Wichtig sei aber auch, „die Belastung der Mieter so gering wie möglich zu halten“.
Im Mittelpunkt steht die umfassende energetische Modernisierung der 1970 errichteten Gebäude. Die mehr als 30 Jahre alten Gasheizkessel sollen durch ein neues, klimafreundlicheres System aus Luft-Wasser-Wärmepumpen ersetzt werden. Ergänzt wird dies durch zwei Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen mit zusammen 77 Kilowattpeak (kWp) Leistung. Sie sollen jährlich rund 66.200 Kilowattstunden Strom erzeugen und einen Teil der Wärme- und Stromversorgung direkt im Gebäude unterstützen.
Auch die Gebäudehülle wird deutlich verbessert: Vorgesehen sind neue dreifach verglaste Fenster, eine zusätzliche Fassadendämmung, die Beseitigung von Wärmebrücken an Balkonen und Vordächern sowie Maßnahmen im Treppenhaus. Ziel ist es, den Energieverbrauch spürbar zu senken und den CO?-Ausstoß zu reduzieren. Nach Abschluss der Sanierung soll der Standard „Effizienzhaus 70 Erneuerbare-Energien-Klasse“ erreicht werden.
Die Arbeiten sollen im bewohnten Zustand erfolgen. Die Mieterinnen und Mieter können also in ihren Wohnungen bleiben, auch wenn es durch Fenstertausch, neue Heizkörper und Eingriffe an den Balkonen zu Beeinträchtigungen kommen wird. Die bisherigen Balkone werden teilweise zurückgebaut und durch neue, vorgestellte Stahlbalkone ersetzt. „Dadurch ermöglichen wir eine neue Aufenthaltsqualität“, so der Stadtbaumeister. Gleichzeitig werden die Wohnzimmer durch den Einbezug eines Teils der bisherigen Balkonflächen um etwa fünf Quadratmeter vergrößert.