03.03.2022, Startseite

Konzerte der Stadt 2022 und Ausblick auf die Musiktage

Präsentieren das Plakat zur Veranstaltungsreihe "Konzerte der Stadt": Erster Beigeordneter Otto Steinmann, Musikbeauftragter Dr. Timo Jouko Herrmann und Heike Käller, Fachdienstleiterin Kultur und Sport (v.l.)
Foto: Pfeifer

Studie zum Walldorfer Konzertleben ist online abrufbar


Bei einem Pressegespräch im Rathaus informierten der Erste Beigeordnete Otto Steinmann, die Fachdienstleiterin Kultur und Sport Heike Käller und der Musikbeauftragte der Stadt, Dr. Timo Jouko Herrmann, über das Programm der anstehenden Veranstaltungsreihe Konzerte der Stadt. Außerdem gab es einen Ausblick auf die Walldorfer Musiktage im Herbst und Dr. Timo Jouko Herrmann stellte seine „Studie zur Geschichte des kommunalen Konzertlebens“ vor.

Doch zunächst zu den Konzerten der Stadt: Otto Steinmann freute sich, dass man sich endlich wieder einem Kulturthema widmen könne. Man hoffe, sich deutlich von dem absetzen zu können, was bisher nicht möglich war. Otto Steinmann äußerte sich zuversichtlich, dass man unter den aktuellen Umständen dem Publikum wieder Kultur bieten und den Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit geben könne, wieder aufzutreten. Dr. Timo Jouko Herrmann sah einem „Silberstreif am Horizont“. Der Musikbeauftragte sprach über die pandemiebedingten Schwierigkeiten zu Beginn seiner Amtszeit Anfang 2020 und von der Verantwortung gegenüber den Künstlerinnen und Künstlern, mit denen es schon Verträge gab und mit denen er ständig in Kontakt gewesen sei. Gerade junge Ensembles seien nun bei dem Programm der Konzerte der Stadt im Fokus, da diese in der Pandemie ohne jede Plattform besonders gelitten hätten, sagte Dr. Herrmann. So wie die vier Klarinettistinnen von Blattspiel, die den Auftakt am 17. März in der Astoria-Halle gestalten. „Sie machen es sehr schön und scheuen kein Grenzgänge bei ihrer Musikauswahl“, so Dr. Herrmann.
Eine klassische Besetzung tritt mit dem Malion Quartett am 28. April auf. Das hätte bereits 2020 auftreten sollen, nun sei man froh, dass es klappt. Das Quartett bezeichnete Dr. Timo Jouko Herrmann als „jung und aufstrebend“, es sei bereits viel herumgekommen und habe große Werke des Streichquartetts im Programm.
Beim Open-Air im Innenhof der Stadtbücherei erwarte die Besucherinnen und Besucher am 12. Mai mehr eine populäre Richtung. Bereits 2017 war das Ensemble ToneGallery zu Gast bei den Konzerten der Stadt. Sie warten nun mit einer Hommage an den Jazz-Posaunisten Albert Mangelsdorff auf. Da bei ToneGallery keine Posaune zum Einsatz kommt, werde das Werk von Mangelsdorff an diesem Abend von einem ganz neuen Blick aus betrachtet werden.
Eine klassische Konstellation steht dann mit dem Trio Momo am 23. Juni in der Astoria-Halle an. Das Klaviertrio habe den Anspruch, Neues mit Klassischem zu mischen, wie Dr. Herrmann erläuterte. Es seien alles ausgezeichnete Solisten, darunter Katharina Berrio Quintero, die eine aufstrebende Pianistin sei.
Den Abschluss der Veranstaltungsreihe wird es am 9. Juli auf der Seebühne im AQWA zu sehen und hören geben. Die Heidelberger Sinfoniker werden unter der Leitung von Otto Lamadé dieses besondere Open-Air spielen. 13 Jahre sei es nun her, dass man solch eine musikalische Konstellation in Walldorf realisieren konnte. Das Konzert war eigentlich im Rahmen des Stadtjubiläums 2020 geplant gewesen, musste dann aber aufgrund der Pandemie abgesagt werden.  Man freue sich nun, das Open-Air im Schwimmbad durchführen und mit dem Konzert in die Abendstimmung hineinführen zu können, wie Otto Steinmann betonte.

Programm Konzerte der Stadt:
Donnerstag, 17. März, 20 Uhr: Klarinettenquartett Blattspiel in der Astoria-Halle
Donnerstag, 28. April, 20 Uhr: Malion Quartett in der Astoria-Halle
Donnerstag, 12. Mai, 20 Uhr: ToneGallery im Innenhof der Stadtbücherei
Donnerstag, 23. Juni, 20 Uhr: Trio Momo in der Astoria-Halle
Samstag, 9. Juli, 20:30 Uhr: Sommerserenade mit den Heidelberger Sinfonikern unter der Leitung von Otto Lamadé auf der Seebühne im AQWA

Karten:
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 6 Euro
Eintritt Sommerserenade: 12 Euro
Karten gibt es bei Bücher Dörner (Bahnhofstraße 8), im Rathaus (Nußlocher Straße 45) sowie an der Abendkasse.

Musiktage
Einen Ausblick auf das Programm der Walldorfer Musiktage im Herbst gab Dr. Timo Jouko Herrmann bei dem Gespräch ebenfalls. Die Astoria-Halle habe sich als Veranstaltungsort im vergangenem Jahr bewährt und werde bei den Musiktagen wieder hauptsächlich bespielt werden. Die Musiktage werden in diesem Jahr unter dem Titel „Metamorphosen“ veranstaltet. Dabei erwartet die Besucherinnen und Besucher in fünf Veranstaltungen eine Mischung aus Kunst und Musik. Es werde schon beim Auftakt im Rathaus ein spartenübergreifendes Format in Kooperation mit dem Kunstbeauftragten Hartmuth Schweizer geben. Auch Dr. Timo Jouko Herman selbst wird sich dem Thema „Metamorphosen“ am 29. September widmen und mit dem Vortrag „Ovids Metamorphosen in der Musik“ in die Materie eintauchen.  Weitere Veranstaltungen werden „Pigmalione“ am 25. September, „Von den Wandlungen der Liebe“ am 29. September und „Klangmetamorphosen“ am 9. Oktober sein.

Studie zum Konzertleben in Walldorf
Vorgestellt wurde im Rahmen des Pressegespräches ein Projekt des Musikbeauftragten Dr. Timo Jouko Hermann, das nun abgeschlossen ist und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Man habe bei Dr. Herrmann angefragt, sich mit dem Konzertleben der Stadt zu beschäftigen. Es sei in Walldorf in den 60er-Jahren ein Novum gewesen, sich einen Kulturbeauftragten zu leisten, so der Erste Beigeordnete Otto Steinmann. Dr. Herrmann habe nun in akribischer Arbeit ergründet, was in den letzten 50 Jahren in Waldorf passiert sei. Es sei eine sehr spannende Aufgabe gewesen, sagte der Musikbeauftragte. In Archiven habe er sich auf eine Entdeckungsreise begeben können. Bettina Winkler, die Tochter des ersten Kulturbeauftragten Konrad Winkler, habe auch viele Informationen geliefert. Er habe nun herausarbeiten können, wie die kulturellen Profile und die Profile seiner Vorgänger im Laufe der Jahrzehnte in Walldorf ausgesehen haben. Dr. Herrmann betonte noch einmal, wie außergewöhnlich es war, dass Walldorf 1966 einen Kulturbeauftragten angestellt habe. Ein breites kulturelles Angebot wurde so in der Stadt auf den Weg gebracht. Die Konzerte der Stadt hat Dr. Herrmann seit 1968 ununterbrochen nachverfolgen können. Dabei habe er vor allem auf die Ausgaben der Walldorfer Rundschau zurückgegriffen, in denen die Programme abgebildet waren. Außergewöhnliches habe er bei seiner Recherchearbeit zu Tage fördern können. Etwa, dass der damalige Süddeutsche Rundfunk zahlreiche Konzerte in der Aula der Waldschule mitgeschnitten habe. Vieles habe ihn selbst überrascht, wie Dr. Herrmann sagte. So hätten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die in Walldorf aufgetreten sind, später eine große Karriere gemacht. Es war auch beeindruckend für mich, dass so viel zeitgenössische Musik damals gespielt wurde“, so Dr. Herrmann.  Seine Studie habe er zweiteilig verfasst. So gibt es einen geschichtlichen Leseteil und eine lückenlose Aufstellung aller Konzerte in Walldorf seit 1968. Nun könne man mit der Chronik alles nachvollziehen. Er sehe seine Arbeit auch als Würdigung an seine beiden Vorgänger Konrad Winkler und Prof. Gerald Kegelmann, die viel für die Stadt geleistet hätten, machte Timo Jouko Herrmann deutlich.

Die zweiteilige Studie ist nun online abrufbar und als pdf auch downloadbar. Die digitale Version könne man jederzeit ergänzen und fortschreiben, hob Dr. Herrmann die Vorteile abschließend hervor. „Das ist eine spannende Sache und eine gute Quelle.“
Der Leseteil soll zusätzlich noch in gedruckter Form erscheinen und im Rathaus und der Bibliothek verfügbar sein.
Studie und Chronologie sind hier online abrufbar unter www.walldorf.de.