14.10.2026, Startseite

Kriminalstatistik zeigt leichten Anstieg der Straftaten

Der Gemeinderat beschäftigte sich mit der Kriminalstatistik für 2025. Foto: Pixabay

Mehr Betrug und Körperverletzungen, weniger Straßenkriminalität

Vertreter des Polizeireviers Wiesloch und des Polizeipostens Walldorf stellten dem Gemeinderat vor Kurzem die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vor. Dies geschah auf Wunsch der Mehrheit des Gremiums in nichtöffentlicher Sitzung, um auch Hintergründe erörtern zu können, die nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Die Statistik selbst ist aber kein Geheimnis. Die wichtigsten Punkte werden hier zusammengefasst. Deutlich wurde, dass viele der Zahlen nach Darstellung der Polizei als relativ zu betrachten sind: So bilden sie einerseits nur die der Polizei bekannten Straftaten ab, das sogenannte „Hellfeld“ – was damit zusammenhängt, welche Delikte überhaupt angezeigt werden. Zum anderen orientieren sie sich rein am Tatort: Dazu zählen in Walldorf beispielsweise die Autobahn mit ihren Rast- und Parkplätzen oder auch Fahrraddiebstähle am Bahnhof.

So zeigen die reinen Zahlen, dass die Kriminalität in Baden-Württemberg 2025 erneut gesunken ist, Walldorf dagegen – wie Wiesloch, St. Leon-Rot und Malsch – eine gegenläufige Entwicklung verzeichnet. Landesweit ging die Zahl der registrierten Straftaten auf rund 522.000 Fälle zurück, nach 587.330 Fällen im Jahr 2024. Das entspricht einem Minus von 5,7 Prozent. Und auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Wiesloch, zu dem mit Walldorf insgesamt zehn Kommunen gehören, sank die Gesamtzahl der Delikte leicht. Dort wurden 5386 Straftaten registriert, rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr. In Walldorf selbst stieg die Zahl der erfassten Straftaten jedoch von 730 auf 774 Fälle. Ein ähnliches Bild zeigt die sogenannte Häufigkeitsziffer, also die auf 100.000 Einwohner hochgerechnete Kriminalitätsbelastung. Im Revierbezirk Wiesloch sank sie auf 3806, in Walldorf stieg sie dagegen von 4564 auf 4781. Damit liegt die Stadt auch bei dieser Kennzahl über dem Vorjahreswert.
Positiv entwickelte sich die Aufklärungsquote. In Baden-Württemberg lag sie 2025 bei 60,5 Prozent und blieb damit trotz eines leichten Rückgangs über der Marke von 60 Prozent. Im Bereich des Polizeireviers Wiesloch stieg sie auf 60,8 Prozent. Walldorf verzeichnete hier ebenfalls eine Verbesserung: von 55,8 auf 57,5 Prozent.

Auffällig ist der Anstieg in einzelnen Deliktsfeldern. Besonders stark nahmen in Walldorf Vermögens-, Fälschungs- und Betrugsdelikte zu – von 106 auf 174 Fälle. Ebenfalls gestiegen sind Körperverletzungs- und Rohheitsdelikte (von 83 auf 104 Fälle). Deutlich fällt auch die Entwicklung bei der sogenannten Partnergewalt ins Gewicht: Hier stieg die Zahl von acht auf 25 Fälle. Dem stehen allerdings auch Rückgänge gegenüber. So sank die Zahl der Kraftfahrzeugaufbrüche von 19 auf zwölf, die der Rauschgiftdelikte von 42 auf 17 Fälle. Ebenfalls leicht rückläufig waren Sachbeschädigungen und Diebstähle.

Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 18 Fälle registriert (nach 13 im Vorjahr). Schwerpunkt waren zwölf Fälle der Verbreitung oder des Besitzes pornografischer Schriften; fünf Fälle betrafen sexuellen Missbrauch. Insgesamt konnten laut Polizei 15 Fälle aufgeklärt werden. Die Straßenkriminalität – also Straftaten, die im öffentlichen Raum begangen werden – wiederum ging zurück: Nach zuletzt gestiegenen Zahlen sank sie von 160 auf 138 Fälle. Gerade dieser Bereich gilt aus Sicht der Verantwortlichen als besonders sensibel, weil er das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung unmittelbar prägt.

Die Kriminalstatistik 2025