28.05.2026, Startseite
Naturhelden haben Spaß an der Arbeit im Garten
Die Schülerinnen und Schüler packen alle fleißig mit an. Foto: Stadt Walldorf
Projekt der Tafel Deutschland mit Sechstklässlern der Realschule
Das Projekt trägt den schönen Namen „Naturhelden – wir gestalten und erleben Natur“. Und genau das tun die Sechstklässler der Theodor-Heuss-Realschule, die sechs Wochen lang im NABU-Garten zugange sind. Insgesamt sind es sechs Schulklassen mit zusammen rund 160 Schülerinnen und Schülern, die sich bei der Gartenarbeit tageweise abwechseln und daran sichtlich Spaß haben. „Wir haben von allen Klassen und allen Kollegen nur positives Feedback bekommen“, sagt Rektor Jens Albrecht. „Wir wollen das auch die nächsten Jahre machen“, ergänzt Biologie-Lehrer Jan-Hendrik Müller. Die Schüler wuseln derweil mit Schaufeln, Rechen und dem schwer beladenen Schubkarren um sie herum.
Hintergrund der „Naturhelden“ ist das Förderprogramm „Tafel-Bildungschancen“ der Tafel Deutschland, die damit seit 2021 lokale Tafeln unterstützt, die vor Ort Bildungsprojekte anbieten. „Wir haben uns vor vier Jahren schon mal am Projekt beteiligt“, berichtet Hans Klemm von der Walldorfer Tafel. Damals sei über das Projekt Kindern und Jugendlichen aus von Armut betroffenen ein Jahr lang der Nachhilfeunterricht in Fächern wie Mathe und Deutsch bezahlt worden. Dieses Mal sei man auf die Idee gekommen, sich mit deutlich mehr Schülern im NABU-Garten zu engagieren. Dafür habe nicht zuletzt „die Nähe zu meinem Bruder“ Pate gestanden, wie Hans Klemm mit einem Schmunzeln anfügt – ist doch sein Bruder Reiner Vorsitzender des NABU Walldorf-Sandhausen.
„Letztes Jahr haben wir begonnen, den Garten umzugestalten, deshalb passt das Engagement sehr gut“, sagt Peter Schmitt, beim NABU der Hauptverantwortliche für den Garten. Dort sind inzwischen verschiedene Themenfelder entstanden. Den Bauerngarten haben die Kinder vor gut fünf Wochen mit insektenfreundlichen Pflanzen und Kräutern bepflanzt. Mit dem Steingarten wurde ein Refugium für Eidechsen und Wildbienen geschaffen. Den Libellenteich zieren von den Schülern befüllte Pflanzgefäße. Und die Eidechsenburg ist als solche auf den ersten Blick nicht zu erkennen, befindet sie sich doch einen guten Meter unter der Oberfläche, verborgen unter Sand, Steinen und Altholz. Im zweiten Teil des Bauerngartens wachsen gleichfalls insektenfreundliche Stauden, Gewürze und Kräuter. Der große Teich wurde ebenso komplett neu angelegt wie die neue Kompostanlage. Für zusätzliche Abwechslung sorgen Ausflüge mit Günter Schild an den Rand der benachbarten Storchenwiese, wo der Storchennachwuchs mit dem Fernglas beobachtet werden kann.
„Wir haben kein Stück Holz und keinen Stein gekauft“, sagt Peter Schmitt über die nachhaltige Neugestaltung des Gartens. Alle Materialien, die verwendet wurde, habe man bereits vor Ort gehabt. „Die Kinder lernen hier ganz andere Sachen als in der Schule“, macht Hans Klemm deutlich. Dabei geht es nicht nur um Artenkenntnisse in Flora und Fauna, ökologische Kreislaufsysteme oder den Einfluss von Wetter und Klima auf die Natur, sondern auch ganz praktisch um den Umgang mit Werkzeugen und Materialien sowie die sozialen Kompetenzen Teamarbeit, Kommunikations- oder Konfliktfähigkeit. „Das läuft richtig harmonisch ab“, hat Klemm beobachtet. „Natur erleben“, fasst Rektor Jens Albrecht den Sinn des Projekts zusammen, „das ist etwas, das wir so in der Schule nicht bieten können.“ Deshalb plane die Realschule, das Projekt „dauerhaft zu verankern“. Albrecht sagt auch: „Einige Schüler können hier mit Fähigkeiten überzeugen, die sie in der Schule nicht zeigen können.“ Und die Tafel wird ihr nächstes Projekt im Juni gemeinsam mit der Waldschule angehen, wenn unter anderem ein Imker, das Waldklassenzimmer und der Heidelberger Zoo besucht werden sollen.