16.06.2026, Startseite

Temporäre Fahrradstraße im Kleinfeldweg eröffnet

Für drei Monate wird der Kleinfeldweg zur Fahrradstraße. Mit dem Durchschneiden des symbolischen Bands wurde der Verkehrsversuch gestartet. Foto: Helmut Pfeifer

Start der Mobilitätswoche Walldorf-Wiesloch

„Wir wollen ein Zeichen setzen für moderne und sichere Mobilität“, sagte Bürgermeister Matthias Renschler im Rahmen der offiziellen Eröffnung der temporären Fahrradstraße im Kleinfeldweg. Dazu und zum Start der Mobilitätswoche Walldorf-Wiesloch begrüßte der Bürgermeister unter anderem Landrat Manuel Just, Christoph Erdmenger (Leiter der Abteilung nachhaltige Mobilität im Verkehrsministerium), Kai Zumkeller (Referatsleiter regionales Mobilitätsmanagement im Regierungspräsidium Karlsruhe), den Wieslocher OB Dirk Elkemann, Vertreter der Kampagne Radkultur sowie Gemeinderäte aus Walldorf und Wiesloch. Die Eröffnung markierte zugleich den Auftakt für das Stadtradeln im Rhein-Neckar-Kreis.

Der Verkehrsversuch im Kleinfeldweg ist auf drei Monate angelegt. Die Straße ist im Radverkehrskonzept der Stadt als bedeutende Achse vorgesehen und soll insbesondere für Pendlerinnen und Pendler auf dem Weg zur und von der Arbeit künftig eine größere Rolle spielen. Die Stadt will damit testen, wie sich die Strecke als Fahrradstraße zur Verbesserung der Verbindung zwischen Walldorf, Wiesloch, Bahnhof und Gewerbegebiet Süd bewährt.

„Wer im Alltag auf das Fahrrad setzt und setzen möchte, braucht sichere, direkte und komfortable Wege“, betonte Matthias Renschler die Wichtigkeit einer guten Infrastruktur. Die temporäre Fahrradstraße solle mehr Klarheit im Straßenraum schaffen, den Radverkehr stärken und den Kleinfeldweg auf diesem Abschnitt sicherer und komfortabler nutzbar machen. Zugleich ordnete der Bürgermeister das Projekt in einen größeren Zusammenhang ein: Walldorf verfolge keine isolierten Einzelmaßnahmen, sondern arbeite im Rahmen des Radverkehrskonzepts Schritt für Schritt an einem zusammenhängenden Netz für den Radverkehr, um Wohngebiete, Arbeitsplätze, Bahnhof und Gewerbestandorte besser miteinander zu verbinden. 
Im Kleinfeldweg führte die bisherige Situation mit Schutzstreifen und parkenden Fahrzeugen zu Konflikten. Die nur rund 2,50 Meter breite Kernfahrbahn begünstigte riskante Überholmanöver, oft mit fehlendem Sicherheitsabstand zu den Radfahrern. Besonders im Begegnungsverkehr mit Lastwagen war die Situation problematisch. Nun gilt dort eine Fahrradstraße mit Tempo 30 und einseitigem Längsparken. Anlieger-, Kunden- und Lieferverkehr bleiben aber weiterhin zugelassen und das Parken in ausgewiesenen Parkflächen ist ebenfalls möglich. Ziel ist es, praktische Erkenntnisse für eine mögliche dauerhafte Lösung zu gewinnen. 

Als weiteren wichtigen Baustein einer verbesserten Radverkehrsinfrastruktur nannte Bürgermeister Renschler die geplante Unterführung am Gutenbergring. „Wir wollen die Maßnahme vorziehen“, möchte die Stadt laut Stadtbaumeister Andreas Tisch schon vor dem Ausbau der L723 in eigener Regie tätig werden. Demnächst erhoffe man sich im Gemeinderat den Baubeschluss. Die Unterführung soll künftig eine direkte und sichere Verbindung zwischen Bahnhof und SAP-Campus schaffen und zugleich die schwierige Querung der L723 entschärfen. Stellvertretend für die im Mobilitätspakt vertretenen Firmen stellte Peter Becker die Maßnahmen der Heidelberger Druckmaschinen vor, die das Fahrradfahren attraktiver machen. „Das entlastet massiv den Verkehr und die Parkplatzsituation“, sagte er.

Bürgermeister Renschler dankte allen Beteiligten aus Verwaltung, Planung und Politik sowie den Partnern des Mobilitätspakts. Er hob besonders die Unterstützung des Verkehrsministeriums hervor, das die Fahrradstraße und einige Schnellmaßnahmen auf der Pendlerroute mit 25.000 Euro fördert. Auch die Kampagne Radkultur und die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg tragen nach seinen Worten dazu bei, die Maßnahmen über drei Monate hinweg öffentlich zu begleiten. 

Mit dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes wurde die temporäre Fahrradstraße für den Verkehr freigegeben. Für die Teilnehmer, die am Bahnhof gemeinsam gestartet waren, ging die Tour auf der Pendlerroute nach Wiesloch, wo auf dem Adenauerplatz dann der offizielle Auftakt der Mobilitätswoche über die Bühne ging. Der Abschluss der Mobilitätswoche ist dann am Samstag, 20. Juni, auf dem Walldorfer Gewerbegebietsfest in der Altrottstraße (12 bis 18 Uhr).

Info: Eine Umfrage zum Verkehrsversuch im Kleinfeldweg findet sich unter folgendem Link: https://radkultur-bw.limesurvey.net/327147