04.03.2026, Startseite

Wie der „neue“ Tierpark einmal aussehen soll

Konzeption im Gemeinderat vorgestellt – Öffentlichkeit wird beteiligt

„Es ist uns wichtig, den Charme des Tierparks zu erhalten“, sagt David Högerich. Der Leiter des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft stellt dem Gemeinderat das 136 Seiten starke Konzeptionspapier für die zoologische und pädagogische Weiterentwicklung der beliebten Freizeiteinrichtung vor. Für die Umsetzung der zahlreichen Maßnahmen, die auf den drei Säulen Naherholung, Artenschutz und Pädagogik fußen, ist ein Zeitraum bis zum Jahr 2035 vorgesehen. Der Gemeinderat beschließt einstimmig, die Konzeption zu veröffentlichen und neben den Fachbehörden auch die Öffentlichkeit am weiteren Prozess zu beteiligen, unter anderem mit einer Online-Umfrage für die Bevölkerung, die in einem nächsten Schritt erstellt wird.

„Baulich ist einiges stark sanierungsbedürftig“, blickt Högerich auf den Ist-Zustand. Der Tierpark, 1967 eingeweiht, lange in Vereinshänden und seit 2019 in Trägerschaft der Stadt, soll fit für die Zukunft gemacht werden. Erster Schritt ist der Bau eines modernen Betriebsgebäudes, für das der Gemeinderat bereits im Juli 2025 grünes Licht gegeben hat. Das Haus soll einen scheunenartigen Charakter haben, Büros und Umkleideräume für Verwaltung und Personal beinhalten, zudem Räume für die Unterhaltung und den Betrieb des Tierparks: eine Futterküche mit Lager- und Kühlräumen, einen Werkstattbereich und einen Aufnahmestall für Quarantänesituationen. In der sogenannten Tierparkschule, dem mit rund 50 Quadratmetern größten Raum des Gebäudes, wird ein Angebot zur pädagogischen Betreuung von Schul- und Kindergartengruppen geschaffen. Spatenstich soll noch in diesem Jahr sein.

An der Stelle des alten Gebäudes wird, sobald dieses abgerissen werden kann, der sogenannte Schaubauernhof entstehen, der vor allem heimische Nutztierarten zeigen wird. Die Gastronomie rückt an den östlichen Rand des Tierparks, an den aktuellen und künftigen Eingangsbereich, „sodass sie auch problemlos öffnen kann, wenn der Park geschlossen ist“, so Högerich. Der Spielplatz wird an zentraler Stelle komplett neu gestaltet und zahlreiche Gehege werden neu konzipiert und räumlich angeordnet. Während sämtlicher Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen soll der Tierpark „stets für die Bevölkerung zugänglich“ bleiben, sagt Högerich.
Der Leiter des Eigenbetriebs geht auch auf das Engagement für den Artenschutz ein, mit dem der Tierpark schon seit einigen Jahren wichtige Beiträge zum Erhalt zahlreicher gefährdeter Arten leistet,  beispielsweise beim Europäischen Nerz, dem Steinkauz oder der Blauracke. Das soll künftig fortgesetzt werden, auch in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Kooperationspartnern. Nach der aktuellen Konzeption wird der künftige Bestand 185 Tiere aus 53 verschiedenen Arten aufweisen. „Das sind überwiegend heimische Tiere“, stammen laut Högerich mehr als 90 Prozent aus Deutschland und Europa. „Wir gehen davon aus, dass die Konzeption weiter lebendig bleibt“, sagt der Leiter des Eigenbetriebs mit Blick auf die nun geplante Beteiligung der Öffentlichkeit und der Fachbehörden. Högerichs Dank gilt dem fachlichen Leiter des Tierparks, Dr. Philipp Koch, und den Tierpflegern „für ihren Einsatz und ihr Herzblut“, dem Verein der Freunde und Förderer des Tierparks für die anhaltende Unterstützung sowie dem Heidelberger Zoo und der NABU-Ortsgruppe Walldorf-Sandhausen, die sich ebenfalls ins Konzept eingebracht haben.

Den Sprechern der Fraktionen ist vor allem der Spielplatz als „Herzstück“ der Anlage wichtig, dessen Neugestaltung für alle eine hohe Priorität hat. „Die Präsentationen sind wirklich toll und treffen den Nerv der Zeit“, lobt Dr. Gerhard Baldes (CDU) das Konzeptionspapier und die begleitende Broschüre. Man hoffe nun „auf eine rege Beteiligung und gute Ideen“. Christian Schick (SPD) zeigt sich zuversichtlich, dass man „einen schönen, neuen Tierpark“ entwickeln werde, alle Pläne seien durch die Broschüre „sehr transparent“. „Wir freuen uns auf die Umsetzung des Konzepts“, stimmt Paula Glogowski (FDP) zu, „den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen“. Und Maximilian Himberger (Bündnis 90/Die Grünen) lobt „die wirklich hervorragende Vorgehensweise“, mit der man die Öffentlichkeit am Prozess beteilige. Mathias Pütz (CDU) spricht am Ende noch die Kosten an, schon das neue Betriebsgebäude sei „kein Schnäppchen“. „Das Augenmaß ist hier im Rund gegeben“, sagt dazu Bürgermeister Matthias Renschler.

Konzeptionspapier für die zoologische und pädagogische Weiterentwicklung des Tierparks

Broschüre