Aktuelles

13.03.2026,

SPD-Fraktion zum Haushalt der Stadt 2026

„Das langfristig Notwendige im Blick haben“, diesen Auftrag hat Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D., im Jahr 2015 Politikerinnen und Politikern ins Stammbuch geschrieben. Die SPD-Fraktion im Walldorfer Gemeinderat sieht in diesem Auftrag die grundlegende Maxime für ihr kommunalpolitisches Handeln. 

Langfristig notwendig ist für uns vor allem, dass die Daseinsvorsorge für Walldorfer und Walldorferinnen so sichergestellt wird, dass ein gutes Leben für Sie in Walldorf langfristig möglich ist.  Dazu gehört in guten Zeiten eine solide Haushaltspolitik und eine stetige Pflege und Erneuerung der Infrastruktur, die unsere Resilienz gegen zukünftige Krisen stärkt. Sie können sich darauf verlassen, dass wir, die SPD-Fraktion, es priorisieren, in guten Zeiten die verfügbaren Finanzen so einzusetzen, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat eben diese Daseinsvorsorge langfristig leisten können und 
• mit unseren Stadtwerken Walldorf die Grundversorgung mit Strom, Wasser und Wärme weiterhin langfristig sicherstellen und die Transformation zu erneuerbaren Energien weiter vorantreiben,
• mit unseren Stadtwerken intensiv an der kommunalen Wärmeplanung arbeiten,
• mit dem Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft ein angemessenes Angebot an bezahlbarem Wohnraum zur Verfügung stellen und weiter ausbauen,
• mit der Feuerwehr und den Blaulichtorganisationen in Walldorf für die Sicherheit und die Vorsorge für den Bevölkerungsschutz sorgen,
• mit der Astorstiftung endlich die notwendige Anzahl an Pflegeplätzen vor Ort zur Verfügung stellen und den Betrieb langfristig sichern,
• allen unseren Pflichtaufgaben in Bildung und Betreuung als Schulträger und in der Kitaplatz-Versorgung auf hohem Niveau gerecht werden,
• mit unserem Bauhof und dem Bauamt unsere Infrastruktur wie Straßen, Gebäude, Grünflächen und allem, was dazu gehört, präventiv instand halten und strukturiert sanieren, 
• das städtische Vermögen flexibel, sicher, stabil und nachhaltig anlegen, dass wir langfristig oben genannte Aufgaben erfüllen können.

Was das im Einzelnen für das Haushaltsjahr 2026 bedeutet, lesen Sie im Folgenden stichpunktartig in den unterschiedlichen Themenrubriken unserer Haushaltsstellungnahme. Es liegt in der Natur der Menge der Haushaltsposten, dass wir hier nur wenige Ausgaben kommentieren können, und es gibt auch viele Dinge, die uns neben der langfristigen Daseinsvorsorge für eine lebens- und liebenswerte Stadt wichtig sind. 

Wenn Ihr Thema im Folgenden nicht aufgegriffen wird, sprechen Sie uns an! Sie vermissen Details zu geplanten Baumaßnahmen, Ausgaben oder Projekten? Lesen Sie gerne regelmäßig unsere Stellungnahmen in der Fraktionsrubrik – dort gehen wir ins Detail. Sie wollen mal über Themen sprechen, die im Gemeinderat nicht angesprochen werden? Kontaktieren Sie uns! Die SPD-Fraktion mit Andrea Schröder-Ritzrau, Manfred Zuber, Petra Wahl, Christian Schick und Lorenz Kachler freut sich auf den Austausch mit Ihnen zum Beispiel in unseren Fraktionssitzungen, und wir stehen auch einzeln jederzeit zu Gesprächen zur Verfügung.

Was bewegt uns 2026 in Walldorf?
Für alle, die sich für die Geschichte Walldorfs interessieren, ist sicher das Stadtjubiläum „125 Jahre Stadtrechte“ ein echtes Highlight in diesem Jahr. 340.000 Euro sind dafür im Haushalt eingestellt – Geld, dass dem gelebten Miteinander zugutekommt. 
Auch diejenigen, die ihr Walldorf gerne bei Feierlichkeiten wahrnehmen, hatten bei der ersten Kulturnacht im Januar Gelegenheit dazu und können sich bereits auf das Festwochenende vom 24. bis 26. Juli mit vielen Möglichkeiten der Begegnung und des Austauschs freuen. Unsere Partnerstädte werden ebenfalls mit Delegationen vor Ort sein. Hier gilt es für uns, die Bänder der Freundschaft über Landes- und Ländergrenzen hinweg zu festigen oder auch schlummernde Kontakte wieder zu beleben, sei es nach Walldorf in Thüringen, in die Türkei nach Kirklareli, nach Saint-Max in Frankreich und auch in die USA nach Freeport, Astoria oder Waldorf/Maryland. Ganz besonders auch nach Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, wo sich ein enges Band durch die Unterstützung nach der Ahrtalflut gebildet hat. 

Die SPD-Fraktion freut sich insbesondere auf die von uns angestoßene Errichtung eines Platzes der Kinderrechte. Hierzu können wir uns auch sehr gut eine mobile Einheit vorstellen, die es ermöglicht, unterschiedliche Orte in Walldorf sichtbar für Kinderechte zu machen. In jedem Fall sollte die Stadtgesellschaft, insbesondere die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, in die Platzfindung unbedingt einbezogen werden.

Sicher und gut in Walldorf unterwegs
Was für eine Überschrift: „Walldorf darf auf Poser-Jagd gehen“, titelte die RNZ am 17. November 2025, als der Kreistag im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Wirtschaft der Übernahme der Kreisstraße Bahnhofstraße/Nußlocher Straße durch die Gemeinde zugestimmt hat. Unser eigentliches Ziel hinter dieser Übernahme ist eine verlässliche Reduktion der Geschwindigkeit in Walldorf auf Tempo 30, um den angemahnten Lärmschutz zu gewährleisten und vor allem die Verkehrssicherheit. Sie können sicher sein, dass die SPD-Fraktion aus der Not heraus zwar der Übernahme der Straßenbaulast zugestimmt hat, um Herrin der Geschwindigkeit zu sein, aber nicht mit dem Ziel, die Straße neu zu gestalten.

Zu einer sicheren und guten Mobilitätsinfrastruktur gehört vor allem ein gut ausgebautes Rad- und Fußverkehrsnetz in Walldorf. Das Stadtbauamt arbeitet, gut beraten durch den Arbeitskreis Mobilität, akribisch die Punkte aus dem Fahrrad- und Fußgängercheck ab. Der Übergang vor dem Mühlwegkreisel ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Planung für den Fahrradverkehr. Die Fahrradstraße Kurpfalzstraße ist eine richtig gute Entscheidung gewesen und wird nach wie vor hervorragend angenommen. Weitere Punkte für mehr Sicherheit werden nach und nach abgearbeitet. Wir haben ein Fußgängerkonzept verabschiedet, das wir mit Ihnen und der Planersocietät Frehn Steinberg Partner GmbH gemeinsam entwickelt haben. Das Büro hat uns auch bei der Verkehrserhebung zur Hauptstraße begleitet und wir werden zeitnah im Gemeinderat Entscheidungen darüber treffen, ob und wie die vordere Hauptstraße permanent umgestaltet wird. Für uns war es wichtig, dass sich die Walldorfer Bevölkerung so intensiv und zahlreich an den Umfragen zur Sommerstraße beteiligt hat, sodass wir eine gute Grundlage haben, im Sinne der Mehrheit abzustimmen. Die Hauptthemen sind für uns permanente Einbahnstraße, Parkdauer reduzieren, beschattete Sitzmöglichkeiten schaffen.

Temporäre Angebote wie „Afterworktreffen“ oder ein sommerlicher Flohmarkt können sicher auch dazu beitragen, dass die Hauptstraße attraktiver wird. 

Auch die Nextbike-Versorgung hat sich etabliert in unserem schönen Walldorf und auch hierfür sind weiterhin Mittel im Haushalt eingestellt.

Klimaschutz, Energieversorgung, Infrastruktur und klimafreundliche Mobilität
Der Klimaatlas des Landes Baden-Württemberg zeigt es deutlich. In Walldorf haben wir bereits eine 2,3°C-Erhöhung der Durchschnittstemperatur im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 und wir gehören zu den heißesten Gemeinden der ganzen Region. 

Ja, wir brauchen den Hitzeaktionsplan, den wir mit angestoßen haben. Wir brauchen zunehmend Beschattung im öffentlichen Raum, sommerlichen Wärmeschutz und wir brauchen auch den Fokus auf vulnerable Gruppen und unsere kommunalen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Wir haben uns im Gemeinderat auf ein umfangreiches Monitoring der „Ist-Situation“ und daraus abgeleitete Maßnahmen für Walldorfs Einrichtungen geeinigt. In einigen Gebäuden sind es nur die geänderte Raumnutzung, die extensive Nachtabkühlung oder andere organisatorische Maßnahmen, die bereits in diesem Sommer gemeinsam mit der Belegschaft der Einrichtungen umgesetzt werden können und bei besonders heißen Tagen Abhilfe schaffen. Bei anderen Gebäuden wird es bauliche Eingriffe geben müssen, die nach dem Monitoring detailliert geplant werden und natürlich erst im kommenden Jahr greifen. Die jeweiligen Mittel sind vorhanden.

Auch vermehrte Starkregenereignisse werden auf den Klimawandel zurückgeführt und die Investitionen 2026 in Hochwasserschutz (600.000 Euro) und Kanalsanierung (750.000 Euro) sind unbestritten. 

Und die Erneuerbaren in Walldorf? Windkraft für Walldorf ist keine Utopie. 33 Hektar sind dafür westlich der Autobahn im Teilregionalplan der Metropolregion Rhein-Neckar ausgewiesen. Eine Firma hatte Interesse signalisiert, aber wieder zurückgezogen, der Gemeinderat hatte schon generell seine Zustimmung signalisiert, die städtischen Flächen zur Verfügung zu stellen und wir sind gespannt, wie es weitergeht. Mit zwei bis vier Windrädern könnten bis zu 28 GWh grüner Strom erzeugt werden und Walldorfs Stromversorgung einen großen Schritt zur Klimaneutralität bringen. Könnten.

Natürlich sparen die vielen PV-Anlagen, die über die Förderprogramme der Stadt gefördert werden, CO2 ein und tun dem Geldbeutel gut. Ja, drei Millionen Euro sind erneut für alle Förderprogramme im Jahr 2026 veranschlagt, zu denen auch PV-Förderung gehört. 

Derzeit haben wir in Walldorf circa 20 MWp installierte PV-Leistung und Mitte 2026 ist die Umstellung auf LED in den Straßen im gesamten Stadtgebiet abgeschlossen.

In der RNZ war am 30. Januar zu lesen, dass das Bundesverwaltungsgericht der Klage der Umwelthilfe Recht gibt. Deutschlandweit gibt es eine Einsparungsziellücke von 25 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Diese müssen im neuen Programm zusätzlich eingespart werden, das bis Ende März beschlossen sein muss. Walldorf tut viel, kann aber noch mehr tun.
Auch bei der Mobilität ist nach wie vor sehr viel CO2-Einsparpotenzial. Wir setzen uns für ein Mobilitätsangebot ein, das bedarfsgerecht und klimaschonend Menschen von A nach B bringt. Für uns war und ist es ein Rückschritt, dass „Einfach einsteigen (im Bus)“ nicht mehr möglich ist. Diese Erfolgsgeschichte, allein durch die Reduzierung von Elterntaxis zum Schulzentrum gerechtfertigt, ruht. Die Einzeltickets sind nicht der Weisheit letzter Schluss. 

Das eingeführte ermäßigte Deutschlandticket für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt finden wir nach wie vor richtig. Dadurch wird das notwendige Umsteigen auf klimafreundliche Mobilität weiter gefördert und für uns gehört es zum Gesamtpaket, das ein moderner, mitarbeiterfreundlicher Arbeitgeber wie die Stadt Walldorf anbieten sollte. Im Netzgebiet des VRN ist das in ein Deutschlandticket verwandelte Jobticket genau das Angebot, was Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gerne und viel nutzen. 

Car-Sharing wird, wenn auch noch verhalten, weiter ausgebaut in Walldorf. Die SPD-Fraktion wird zum Beispiel beim Wohnbauprojekt Wieslocher Straße und bei weiteren städtischen Wohnbauprojekten auf ein Carsharing-Angebot drängen. All diese Angebote tragen zum Klimaschutz und zur Mobilitätswende bei, die wir weiter ausbauen wollen. Aber wir gucken auch auf die Mobilität außerhalb unserer Stadtgrenzen, weil nun mal viele einpendeln.

Wir erwarten vom Mobilitätspakt Walldorf/Wiesloch größere Anstrengungen für die Verkehrswende und zukunftsfähige Mobilität. Was offenbar von den Bürgermeistern Walldorfs und Wieslochs und den Unternehmen im Mobilitätspakt nicht beschleunigt oder beeinflusst wird, ist die weitere Entwicklung der Autobahn und der L723, die erst 2027 mit der ersten Teilmaßnahme startet, dem Ausbau des Knotenpunkts B3/L723. 

Soziales Walldorf – Füreinander da sein 
Es gibt diverse Unterstützungs- und Beratungsangebote im Rathaus, Schulsozialarbeit in allen unseren Schulen, Schuldnerberatung, Erziehungsberatungsstelle, Zuschüsse für Frauenhäuser und für viele karitative Vereine, die Tafel, die Kleiderstube, das Familienzentrum. Diese Angebote sind uns wichtig und finden unsere Unterstützung, auch finanziell. Sie helfen Walldorferinnen und Walldorfern in allen Lebenslagen und werden von uns immer bedarfsgerecht angepasst unterstützt. 
Auf Drängen der Schulen und Kitas haben wir die Erziehungsberatung aufgestockt. Dies ist ein wichtiges niederschwelliges Angebot für Familien. 

Die SPD-Fraktion blickt mit großen Erwartungen auf die politische Debatte um Social Media und deren Einschränkung für Kinder und Jugendliche. Das Diskussionspapier der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, hält fest, dass Querschnittstudien einen statistischen Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und einer zunehmenden psychischen Belastung belegen. Damit dürfen Schulen und Familien nicht allein gelassen werden.

Wir hoffen sehr, dass es von Schülerinnen und Schülern Bestrebungen für einen Jugendgemeinderat gibt. Jugendmitbestimmung haben wir angeregt – die Initiative muss aber von den Jugendlichen selbst kommen. Eine aktive Kommunalpolitik aller Altersgruppen ist wichtig für unsere Demokratie.

Füreinander da sein heißt für alle Generationen da sein. Der Kreispflegeplan hat es uns vor Jahren bereits deutlich gemacht. Das Angebot an stationären Pflegeplätzen in Walldorf ist völlig unzureichend. Der Bedarf ist auf circa 170 stationäre Plätze beziffert worden. In unserem Astorstift stehen 58 Plätze zur Verfügung. Wir erwarten daher hoffnungsfroh den Spatenstich im Frühjahr dieses Jahres für die weitere Pflegeeinrichtung, denn das Astorstift wird täglich vielfach nach Plätzen angefragt. Im dritten Bauabschnitt von Walldorf-Süd, direkt am Astoria-Kreisel, wird ein funktionales Gebäude mit 100 stationären Plätzen einschließlich einer speziellen Demenzpflegestation mit zehn Plätzen sowie einer Tagespflege mit 15 Plätzen und 18 betreuten Wohnungen entstehen. Zwölf Millionen Euro sind 2026 für die zukunftsfähige Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf in Walldorf eingestellt. 

Die SPD-Fraktion steht hinter diesem Riesenbauprojekt, das uns die kommenden drei bis vier Jahre beschäftigen wird. Außerdem fordert die SPD-Fraktion im Sinne der längerfristigen Daseinsvorsorge, dass dem Gemeinderat im Jahr 2026 eine Betriebsabsicherung für das neue Pflegeheim vorgelegt wird. Ein Teil der freien liquiden Mittel soll zweckgebunden der Astorstiftung zugedacht werden, die dann ein etwaiges strukturelles Defizit unter anderem mit den Zinsen abfangen kann. 
Auch das Ende eines Lebens findet in Walldorf gemeinschaftliche Begleitung, wenn gewünscht. Gemeinsam Leben in Walldorf e.V. bietet zum Beispiel eine Traueroase an und die Stadt schafft den Ort auf unserem Friedhof. Dort ist es auch endlich möglich, um Sternenkinder in einem würdevollen Rahmen zu trauern, und in diesem Jahr werden wir auch für mehr Aufenthalts- und Gesprächsmöglichkeit auf unserem Friedhof sorgen. 

Wie die soziale Lage in Walldorf ist, erfahren Sie immer aktuell durch den jährlichen Bericht zur sozialen Lage in Walldorf mit Zahlen und Statistiken, den Sie auf der Homepage der Stadt finden und dort lesen oder runterladen können.

Schulen haben für uns und den Schulträger Walldorf hohe Priorität
Nötige Baumaßnahmen an unseren Schulen werden getätigt, immer, um sie fit zu halten, fit zu machen für den Ganztagesbetrieb, für gestiegene Schülerzahlen oder für neue didaktische und räumliche Anforderungen wie die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium, die zum letzten Schuljahr erfolgte. 

Die Erweiterung der Waldschule kann schon bald der Schulgemeinschaft übergeben werden. Wir bedanken uns bei der Schulgemeinschaft für die Nachsicht und gute Kooperation. 

Als Schulträger investieren wir nicht nur in die Schulgebäude, sondern stellen auch die Mittel für zusätzliches, nicht vom Land bezahltes pädagogisches Personal bereit – im Haushalt 2026 stehen alleine fünf Millionen Euro für Personalausgaben zum Betrieb unserer Schulen. Dies sind immer einstimmige, wichtige Beschlüsse des Gemeinderats, wie zum Beispiel für die Ganztagsschulbetreuung. Auch hier müssen wir dankbar sein, dass wir es uns leisten können, in beides zu investieren, in Menschen und Infrastruktur. 

Für die SPD-Fraktion sind Investitionen in Walldorfs Schulen und Kitas Investitionen in die Zukunft dieser Stadt. Im Jahr 2026 sind allein an baulichen Maßnahmen über einem Wert von 100.000 Euro fast 23 Millionen Euro veranschlagt. 

Herausfordernd ist die umfangreiche Brandschutzsanierung am Schulzentrum im laufenden Schulbetrieb und gleichzeitig, dem Raumbedarf für die Rückkehr zu G9 gerecht zu werden. Dafür haben wir kurz vor Weihnachten noch einen Interimsbau mit zwölf Klassenzimmern beschlossen – für die Zeit der Sanierung und des notwendigen Anbaus am Schulzentrum. Auch hier können wir das bauen, was notwendig ist. 

Denn dieses Interimsgebäude in Modulbauweise muss ausreichend große Klassen haben und dem nötigen sommerlichen Wärmeschutz gerecht werden, da es sechs bis acht Jahre als Ausweichgebäude für zwölf Schulklassen dient. Diese Zusage haben wir von der Verwaltung und es sind dafür im Haushalt für 2026 bisher gut drei Millionen Euro veranschlagt. 
Für uns erfüllen die Musikschule Südliche Bergstraße und die Volkshochschule wichtige Aufgaben in unserer Bildungslandschaft. Die räumliche Situation ist für beide angespannt und wir werden 2026 Gespräche mit Verwaltung und den Fraktionen im Gemeinderat suchen, um eine Lösung für die akute Raumnot zu finden.

Bildung, Kunst, Kultur, Freizeit und Natur erleben
Kultur und Kunst sind essenziell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Stärkung der Demokratie. Sie fungieren als verbindende Elemente, fördern kritisches Denken, Empathie und dienen als Quelle für Inspiration und Hoffnung. Sie sind ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität und Attraktivität in Walldorf. Uns als SPD-Fraktion ist es wichtig, dass kulturelle Bildung für alle Walldorferinnen und Walldorfer vor Ort zur Verfügung steht. 

Unsere Musikschule leistet hier großartige Arbeit, ebenso wie unsere Stadtbücherei als moderner Ort der Begegnung. Ein tragendes Fundament unserer Bildungslandschaft für alle Altersgruppen ist die Volkshochschule (VHS) insbesondere mit ihrem vielfältigen Kursangebot, das lebenslanges Lernen ermöglicht. Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist hierbei die Einbettung der Kinderkunstschule (Kikusch) unter dem Dach der VHS in den Walldorfer Schulen. Diese enge Kooperation stellt sicher, dass kulturelle Bildung direkt dort ankommt, wo unsere Kinder sind – als fester Bestandteil des Ganztagsbetriebs der Schulen. 

Ein ebenso wichtiger Baustein für dieses lebendige Miteinander ist die Kunst und Musik in Walldorf in ihrer gesamten Breite. Ob es die regelmäßigen Ausstellungen in der Alten Apotheke vom Kunstverein Walldorf e.V.  sind oder Kunst im Rathaus – für die SPD-Fraktion ist Kunst und Kultur das Bindeglied unserer Stadtgesellschaft. Ein besonderes Qualitätsmerkmal sind die von der Stadt immer wieder ausgelobten Kunstwettbewerbe, die kreative Impulse setzen. Auch die Künstlerwohnung, die aus einem SPD-Antrag vor vielen Jahren entstanden ist, beherbergt immer wieder Künstler und Künstlerinnen aus unterschiedlichen Genres und bereichert damit das kulturelle Leben in Walldorf.  

Wir unterstützen die klassische Musik auf höchstem Niveau, etwa bei den überregional beachteten Walldorfer Musiktagen oder den Konzerten in der Laurentiuskapelle.

Gleichzeitig schlägt unser Herz für die lebendige Rock-, Jazz- und Pop-Kultur: Events wie die Konzerte von Swingin‘ WiWa machen die Region zum pulsierenden Zentrum. Uns ist dabei bewusst, welche Lücke das Café Art hinterlassen hat. Die SPD-Fraktion wird sich intensiv dafür einsetzen, dass wir eine adäquate Nachfolge finden oder Räume schaffen, die diesen Geist der Begegnung weiterführen. 

Ob auf der Drehscheibe, der Galerie im Rathaus oder bei der neuen Kulturnacht: Wir wollen Kunst im öffentlichen Raum sichtbar machen. Wir setzen uns dafür ein, diese Vielfalt von Klassik über Jazz bis Rock zu erhalten und barrierefrei für jeden erlebbar zu machen.

Freizeit und naturnahe Bildung können Sie, liebe Walldorfer und Walldorferinnen, in und um Walldorf herum erleben. Ob es der Spaziergang im Hardtwald, der Besuch des Maulbeerbuckels, das Waldbaden im Hochholz oder der Lauf um den Hochholzer See sind. Wir sorgen dafür, dass es unseren Wäldern gut geht und maximieren nicht den Verdienst am Wald, also den Holzeinschlag, sondern investieren in die natürliche Gesundheit unseres Waldes – mit klimaresistenten Neuanpflanzungen und schonendem Umgang. Das ist nicht umsonst. Einen Nettoressourcenbedarf von knapp 60.000 Euro nimmt Walldorf für seine Forstbewirtschaftung in die Hand. 

Ein besonderes Augenmerk setzen wir mittelfristig auf die weitere Entwicklung unseres Tierparks. Mit seinen Tieren und dem Spielplatz ist der Tierpark ein Herzstück für Walldorfer Familien und wir freuen uns über den aktiven Förderverein. Für das neue Betriebsgebäude sind im Jahr 2026 bereits 1,7 Millionen Euro eingestellt. Hier wird es dann, analog zum Waldklassenzimmer, auch Naturbildung für Walldorfer Kitas und Schulen geben. Wir haben jüngst im Gemeinderat das Gesamtkonzept verabschiedet. Schauen Sie da gerne mal rein – auf der Homepage der Stadt.

Bedarfsgerechtes Angebot an bezahlbarem Wohnraum
Der SPD-Fraktion ist die Schaffung von Wohnraum wichtig, damit die Menschen hier gut wohnen können. Wir bauen, kaufen und sanieren, denn zu einer guten Zukunft in Walldorf gehört für uns ein bedarfsgerechtes und bezahlbares Wohnangebot. Unser Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft verwaltet den gesamten städtischen Wohnraum. Regelmäßige Instandhaltungsarbeiten sorgen für den Werterhalt der bald 400 Wohnungen. Die energetischen Sanierungen und ein ambitioniertes PV-Programm im Bestand hilft allen, Geld zu sparen, und behandelt das Klima freundlich. 

An der Wieslocher Straße kann man 48 weitere Wohnungen wachsen sehen. Die bereits vor einigen Jahren beschlossenen 18 Wohnungen an der Heidelberger-/Ecke Hebelstraße sind fast fertig. Diese 66 zusätzlichen Wohnungen sind ganz dringend benötigter Wohnraum. Bezahlbarer Wohnraum für die vielen, die über ein durchschnittliches Gehalt verfügen, das es ihnen schwer macht, bei steigenden Lebenshaltungskosten die (zu hohen) Mieten in der Region aufzubringen. Bezahlbarer Wohnraum auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Stadt, zum Beispiel für die, die in unseren Kitas arbeiten, oder bezahlbarer Wohnraum für Azubis, die einen eigenen Hausstand gründen. 

Was der SPD-Fraktion ebenfalls sehr am Herzen liegt, ist, das vorhandene Angebot an Seniorenwohnungen bedarfsgerecht auszubauen. Die Wartelisten der drei Seniorenwohnanlagen in Walldorf sind lang und zeigen damit deutlich den Bedarf nach mehr barrierefreiem Wohnraum in einer alternden Gesellschaft. 

Ja, Daseinsvorsorge in einer Gemeinschaft ist es, dafür zu sorgen, dass Menschen so lange wie möglich allein, aber mit so viel Unterstützung wie nötig leben können und dabei nicht auf sich allein gestellt sind. Und die Stadt ist eine Gemeinschaft. Die SPD-Fraktion erwartet, dass sich die Verwaltung mit uns in diesem Jahr zusammensetzt, um den dringenden Bedarf an seniorengerechtem Wohnen in Planungen zu bringen. Konkretes schwebt uns hierfür auch schon vor – Kapazitäten für 20 betreute sind vorhanden. 

Tatsächlich brauchen wir einen Kulturwandel im Wohnungsneubau. Im Zusammenhang mit neuen Planungen erwarten wir von der Verwaltung, innovatives und effizienteres Bauen. So wie zum Beispiel beim Hamburg-Standard, der auf eine Veränderung der Denkweise setzt und auf konkrete Maßnahmen, die Planungs- und Bauprozesse effizienter gestalten und unnötige Kostentreiber beseitigen, ohne die Wohnqualität für die Bewohner zu mindern oder den Klimaschutz auszubremsen.

Ein weiterer Aspekt ist unsere immer wieder geäußerte Hoffnung, dass, wenn die Alternative im Seniorenwohnen vorhanden ist, vielleicht die eine oder andere Walldorferin, der eine oder andere Walldorfer doch sein oder ihr zu großes Haus oder zu große Wohnung verlassen will und damit den Weg frei macht für mehr Generationenwechsel im Bestand. 

Leerstand für Innenstadtentwicklung gibt es in Walldorf wenig. Aber es gibt Bereiche in Walldorf, die dringend überplant werden müssen. Vor etlichen Jahren haben wir einen Bebauungsplan für das Gebiet der Bleichstraße beantragt, um dort eine quartiersgerechte Bebauung zu realisieren. Vielleicht wird auch hier die vereinfachte Möglichkeit des Bauens, der sogenannte Bauturbo, dazu führen, dass diese Brache entwickelt wird.

Dank 
Unser Dank gilt den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Stadt, ob im Rathaus oder in einer der zahlreichen Kitas, in den Schulen, im Bauhof oder an anderen Außenstellen, beim Eigenbetrieb und der Tochter der Stadt, den Stadtwerken Walldorf, und auch bei den zahlreichen Beteiligungen. Dank für die Arbeit, die dazu beiträgt, dass der Laden so gut läuft. Wir wissen, in Walldorf sind die Aufgaben nicht vergleichbar mit anderen Städten dieser Größe und die SPD-Fraktion hat ein klares Bekenntnis zu Personalausgaben, die den Aufgaben gerecht werden.

Unser Dank gilt auch Ihnen, liebe Walldorfer und Walldorferinnen. Dank für Ihre Impulse, Fragen und Anregungen, die wir für unsere kommunalpolitische Arbeit zum Wohle aller brauchen.

Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, SPD-Fraktion