21.07.2026, Startseite

Auf Spurensuche im Badesee

AQWA-Chef Stefan Gottschalk (re.) und SWR-Wetterreporter Michael Kögel (2.v.re.) inspizieren mit dem Boot den Badesee, aufmerksam beobachtet von Kameramann Stefan Zaiser und Tontechniker Oliver Stockinger. Foto: Stadt Walldorf

SWR-Wetterreporter Michael Kögel dreht für die Landesschau im AQWA

Der Roman „Drei Mann in einem Boot“ des englischen Autors Jerome K. Jerome (1859-1927) wird zu den witzigsten Büchern der Weltliteratur gezählt. Die zunächst zwei Männer (später sind es vier), die am Dienstagmorgen in einem Boot auf dem Badesee im AQWA kreisen, wälzen dagegen sehr ernsthafte Themen: SWR-Wetterreporter Michael Kögel spricht mit Bäderpark-Chef Stefan Gottschalk über „die Folgen dieser vehementen Hitzewellen“ (O-Ton Kögel) für die Badegewässer in der Region. Auf der zweiten Runde sitzen dann auch Kameramann Stefan Zaiser und der für den Ton verantwortliche Oliver Stockinger mit im Boot. Ausgestrahlt wird der Beitrag am selben Abend in der Landesschau Baden-Württemberg im SWR-Fernsehen.

Hintergrund für den Besuch des Fernsehteams war die vorübergehende Sperrung des Badesees wegen des Verdachts auf das mögliche Vorkommen von Cyanobakterien (Blaualgen). Diese konnte nach gut einer Woche wieder aufgehoben werden, weil die eingehenden Wasseruntersuchungen keine gesundheitlichen Gefährdungen für die Badegäste ergaben. „Die Leute schmeißen dann aus Unwissenheit oft viel in einen Topf“, spricht Wetterreporter Kögel aus Erfahrung. Deshalb gehe es ihm um Aufklärung: „Der Bäderpark steht beispielhaft für viele Badeseen in der Region“, meint er. Deshalb spricht er mit Stefan Gottschalk unter anderem über die enge Zusammenarbeit des AQWA-Teams mit dem Gesundheitsamt und darüber, wie sich die Wasserqualität des Sees durch das vorübergehende Nutzungsverbot und auch dank der inzwischen wieder niedrigeren Temperaturen verändert hat.

„An einem normalen Tag gehen allein in den See schon rund tausend Menschen rein“, erzählt Gottschalk. Auch der Nichtschwimmerbereich mit dem Sandstrand werde „intensiv genutzt“. So sei vermutlich während der Hitzewelle Ende Juni und Anfang Juli und des damit einhergehenden Hochbetriebs vor allem aus Sonnenmilch und Schweiß der ölige Film entstanden, über den Badegäste geklagt hatten und der zum Blaualgen-Verdacht führte. „Wir betreiben sehr viel Aufwand“, verweist Gottschalk für die Stadtwerke Walldorf als Betreiber auf die Filter- und Sauerstoffanlage, die für eine gute Wasserqualität sorgt. Der Bäderpark-Chef kann auch von einer „bislang hervorragenden Badesaison“ berichten, die dem AQWA nach seinen Worten über 30 Prozent mehr Badegäste als im Vorjahr beschert hat. „Vor allem das Nichtschwimmerbecken und die Rutsche werden sehr gut angenommen.“ Weniger erfreulich seien dagegen „eskalierende Badegäste, die sich nicht an die Regeln halten“, so Gottschalk. Das seien glücklicherweise Einzelfälle, allerdings häuften sie sich leider.

Für den Walldorfer Wetterreporter Michael Kögel sind die Dreharbeiten am Badesee wieder einmal „ein Heimspiel“. Das sei „bei der vielen Fahrerei die Woche über“ quer durch Baden-Württemberg doch „sehr angenehm“. Als kleine Überraschung stattet ihm dann auch noch seine Mutter einen Besuch bei der Arbeit ab und schießt schnell ein Foto mit dem Handy, schließlich habe sie ihren Sohn schon einige Tage nicht mehr zu Gesicht bekommen, wie sie erzählt. „Ich habe gestern schon Werbung in meiner Sportgruppe gemacht“, sagt sie – der Landesschau sind die Walldorfer Zuschauer also gewiss. Und während der eingangs erwähnte Roman aus dem Jahr 1889 eine chaotische Bootsfahrt auf der Themse schildert, während der sich eine Menge alltäglicher, chaotischer und sehr komischer Missgeschicke aneinanderreihen, läuft anno 2026 bei der Bootsfahrt auf dem Badesee alles wie am Schnürchen. Gelacht wird trotzdem – aus Freude über gelungene Szenen und Interviews.

Info: Landesschau Baden-Württemberg heute, Dienstag, 17.59 bis 19.30 Uhr, im SWR-Fernsehen sowie anschließend online in der ARD-Mediathek. Die Beiträge der Wetterreporter sind üblicherweise etwa gegen 19 Uhr zu sehen.