02.09.2026, Kultur & Freizeit

Aufbau der Stadtwerke Walldorf maßgeblich geprägt

Zum Tod des ehemaligen Geschäftsführers Hans-Georg Ragnitz

Der ehemalige Geschäftsführer der Stadtwerke Walldorf, Hans-Georg Ragnitz, ist am 18. August im Alter von 84 Jahren verstorben. Mit der Gründung der Stadtwerke Walldorf zum 1. Januar 1996 übernahm er als erster Werkleiter und später als Geschäftsführer die Aufgabe, die Stromversorgung der Stadt Walldorf in kommunale Hand zu überführen. „Wir verlieren mit ihm eine hochgeschätzte Führungspersönlichkeit, die das Wohl des Unternehmens und seiner Mitarbeitenden stets im Blick hatte“, so die Stadtwerke im Nachruf des Unternehmens.

Die Entscheidung zur Gründung der Stadtwerke war damals ein mutiger und wegweisender Schritt. Wie es rückblickend in der damaligen Berichterstattung in der Walldorfer Rundschau heißt, betraten Gemeinderat und Verwaltung „unbekanntes Terrain“. Umso wichtiger war es, dass mit Dipl.-Ing. Hans-Georg Ragnitz bereits im Sommer 1995 ein ausgewiesener Fachmann aus der Praxis als Werkleiter gewonnen werden konnte. Vor den Stadtwerken Walldorf hatte er bereits langjährige Erfahrung als technischer Leiter verschiedener Versorgungsunternehmen in der Region gesammelt und brachte damit beste Voraussetzungen für den Aufbau des neuen kommunalen Unternehmens mit. 

Noch vor seinem offiziellen Dienstantritt zu Beginn des Jahres 1996 wirkte er an wichtigen Vorbereitungen mit, insbesondere an der Personalauswahl und am organisatorischen Aufbau des neuen Unternehmens. Unter seiner Leitung wurde so im Frühjahr 1996 das technische und kaufmännische Personal eingestellt und durch gezielte Schulungen auf die besonderen örtlichen Anforderungen vorbereitet. Mit großem Engagement, fachlicher Kompetenz und unternehmerischem Weitblick prägte Hans-Georg Ragnitz damit den Aufbau der Stadtwerke von Beginn an entscheidend mit und schuf die Grundlagen für einen erfolgreichen Start. 

Ein entscheidender Meilenstein folgte am 31. Juli 1996 mit der formalen Übertragung der Stromversorgung vom Badenwerk auf die Stadtwerke Walldorf. Damit wurde ein zentrales Vorhaben verwirklicht, das auf langen kommunalpolitischen Vorüberlegungen beruhte.

In den folgenden Jahren begleitete Hans-Georg Ragnitz als Werkleiter den konsequenten Ausbau der Stadtwerke zu einem modernen kommunalen Versorgungsunternehmen. Während seiner Dienstzeit wurden mehrere wichtige strukturelle und strategische Weichen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens gestellt. So wurde rückwirkend zum 1. Januar 1999 der Querverbund mit Bäderpark und Wasserversorgung hergestellt. Im Jahr 2000 erfolgte der Umzug in das neue Betriebsgebäude in der Altrottstraße, ein sichtbares Zeichen für das Wachstum des noch jungen Unternehmens. 

Ein weiterer bedeutender Schritt war die Umgründung zur Stadtwerke Walldorf GmbH, die rückwirkend zum 1. Januar 2000 ins Handelsregister eingetragen wurde. Im Zuge der Umgründung wurde Hans-Georg Ragnitz vom Gemeinderat zum Geschäftsführer und die Mitglieder des Betriebsausschusses zu Aufsichtsratsmitgliedern ernannt. Auch dieser Wandel trug wesentlich dazu bei, die Stadtwerke organisatorisch und wirtschaftlich zukunftsfähig aufzustellen.

Besonders prägend war darüber hinaus die Vorbereitung und Umsetzung der Übernahme der Gasversorgung, die schließlich zum 1. Januar 2003 erfolgte. 

Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 31. Dezember 2004 leitete Ragnitz die Stadtwerke Walldorf mit großem persönlichen Einsatz. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen somit stetig weiter und gewann als kommunaler Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt weiter an Bedeutung. 

Mit Hans-Georg Ragnitz verliert Walldorf eine Persönlichkeit, die den Aufbau der Stadtwerke von Beginn an maßgeblich geprägt hat. Sein Wirken hat die Entwicklung des Unternehmens nachhaltig beeinflusst und die Grundlage für dessen erfolgreichen Weg geschaffen. 


Hans-Georg Ragnitz in seinem Element. Hier noch als Werkleiter im Jahr 1997. Archivfoto: Pfeifer