04.08.2026, Startseite
Aus Hotelzimmern werden Wohnungen
Im ehemaligen Hotel in der Bahnhofstraße sollen 14 Wohnungen entstehen. Das Untergeschoss kann vorübergehend für den Raumbedarf der Stadtverwaltung als Bürofläche genutzt werden. Foto: Stadt Walldorf
Stadt denkt bereits an die Beschäftigten des neuen Pflegeheims
Der Gemeinderat hat einhellig dem Umbau eines ehemaligen Hotels in der Bahnhofstraße 18 zugestimmt. In dem Gebäude sollen 14 abgeschlossene Wohneinheiten entstehen, die unter anderem für Beschäftigte des geplanten neuen Pflegeheims gedacht sind. Bis sie für diesen Zweck benötigt werden, könnten bereits in Walldorf lebende Geflüchtete im Haus untergebracht werden. Außerdem ist das Erdgeschoss vorübergehend als Bürofläche für die Stadtverwaltung gedacht, bis der bereits beschlossene Neubau in der Johann-Jakob-Astor-Straße 3+5 fertiggestellt ist. Die gesamte Umbaumaßnahme soll voraussichtlich rund 1,1 Millionen Euro Kosten.
„Wir schaffen mit dem Neubau des Pflegeheims moderne Arbeitsplätze“, sagte David Högerich, der Leiter des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft. Im Werben um Pflegekräfte benötige man aber zusätzlichen Wohnraum – vor diesem Hintergrund habe die Stadt das ehemalige Hotel erworben. Die früheren Hotelzimmer ließen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand in abgeschlossene Wohneinheiten umbauen. Geplant sind sechs Drei-Zimmer-Wohnungen und acht Zwei-Zimmer-Wohnungen mit insgesamt 842 Quadratmetern Wohnfläche. Zudem sollen Balkone als separate Stahlkonstruktionen an der Süd-, West- und Nordseite des Gebäudes angebracht werden. Diese seien wichtig für eine höhere Wohnqualität, so Högerich. Zwar hätte man ohne die Balkone die Kosten auf rund 840.000 Euro senken können, dennoch folgte der Gemeinderat der von der Verwaltung empfohlenen Variante.
Thema war auch die Energieversorgung. So verfügt das Gebäude nach einer früheren Sanierung bereits über eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Ein Austausch gegen ein wassergeführtes Heizsystem wurde zwar geprüft, aber wegen hoher Kosten von rund 500.000 Euro und vergleichsweise geringem energetischem Zusatznutzen verworfen. Die Stadt wird aber eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 55 Kilowatt-Peak (kWp) installieren. Der erzeugte Strom soll möglichst vollständig im Gebäude genutzt werden.
Im Erdgeschoss werden für eine Übergangszeit zehn Büroarbeitsplätze geschaffen. Damit reagiert die Stadt auf die angespannte Raumsituation im Rathaus. Die Verwaltung geht davon aus, dass diese Arbeitsplätze bis Ende Januar 2027 bereitgestellt werden können.
Mathias Pütz (CDU) verhehlte nicht, dass seine Fraktion dem Kauf des Gebäudes ablehnend gegenübergestanden hatte. Das jetzt vorgelegte Konzept sah er aber positiv: Es könne „ein wesentlicher Baustein für eine auskömmliche Versorgung mit Pflegekräften sein“. Pütz sagte auch: „Die vorübergehende Büronutzung im Erdgeschoss hat ebenfalls unseren Segen, sofern dies nicht zur Dauereinrichtung wird.“ Petra Wahl sagte, die SPD mache sich für bezahlbares Wohnen stark. Es sei gut, attraktiven Wohnraum zu schaffen, man halte es aber „für richtig, auch kleinere Wohnungen zu prüfen“. Ihre Fraktion konnte ebenfalls zustimmen, dass dort vorübergehend mit einem „angemessenen Arbeitsumfeld“ das Rathaus entlastet werde.
Für Günter Lukey und die FDP ist entscheidend, dass „eine langfristige und verlässliche Nutzung sichergestellt“ werde. Sinnvoll sei zudem, das Gebäude mit einer Photovoltaikanlage auszustatten. Sein Fraktionskollege Dr. Günter Willinger ergänzte, man müsse „auch an die Pflegekräfte denken, die schon da sind“. „Wir müssen für uns werben, damit Leute zu uns kommen“, konnte Wilfried Weisbrod für Bündnis 90/Die Grünen zustimmen. Der Verwendungszweck sei bereits klar gewesen, als die Stadt das ehemalige Hotel gekauft habe. Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf) sah „einen wichtigen Beitrag zur Wohnraumentwicklung in der Stadt“. Sowohl die Balkone als auch die PV-Anlage erhöhten den Wohnwert. Und im Erdgeschoss habe man die Möglichkeit, die Raumsituation im Rathaus zu verbessern.