22.07.2026, Startseite
Blockheizkraftwerk wird zur Kunstfläche
Sprayen am Schulzentrum und das ganz legal: Guido Zimmermann verschönerte
die Außenfassades des Blockheizkraftwerks. Foto: Stadt Walldorf
Künstler Guido Zimmermann gestaltet Fassade und Kamin für das Stadtjubiläum
Wer dieser Tage am Schulzentrum vorbeikam, dem ist sicher aufgefallen, dass das Blockheizkraftwerk ein optisches Upgrade erhalten hat. Dafür hat der Künstler Guido Zimmermann gesorgt, der im Rahmen des Jubiläums „125 Jahre Stadtrechte“ und im Auftrag der Stadt das Kunstwerk entworfen und umgesetzt hat. Die besondere Herausforderung beim Projekt sei für ihn der Versatz mit dem Kamin gewesen, für den er eine Hebebühne benötigte, die ihn auf bis zu 26 Meter Höhe beförderte. Das Motiv wurde auf der dem Schulhof zugewandten Gebäudeseite vor dem Kamin angebracht, der Kamin selbst auf drei Seiten bemalt. Zimmermann verwendete sowohl Fassadenfarben als auch Spraydosen – letztere vor allem, um die Details besser herausarbeiten zu können. „Die Mischung macht's“, sagte Zimmermann zu seiner Arbeitsmethode.
Sein Atelier hat der studierte Kommunikationsdesigner in Frankfurt, wo er auch ganz klassisch Leinwände bemalt und Skulpturen schafft. „Etwa 1993, mit 16, 17 Jahren, habe ich mit dem Sprühen von Graffiti angefangen“, berichtet Zimmermann. Schon ein Jahr später habe er erste Auftragsarbeiten angenommen. „Ich habe Glück, dass ich beruflich das machen kann, was mir Spaß macht“, sagt der Künstler, der bereits mehrfach in der Region gearbeitet hat, unter anderem im Rahmen des Metropolink-Festivals in Heidelberg.
Für das Walldorfer Motiv waren Spargel und Störche als Gestaltungselemente gewünscht. Daraus entwickelte Zimmermann eine Bildidee, in die er die Themen Natur und künstliche Intelligenz einfließen ließ, da ihn diese derzeit besonders beschäftigten und interessierten. „Natur und digitale Welt scheinen in einem Wettbewerb zu stehen. Das habe ich auch in das Bild einfließen lassen.“ Am Ende solle aber jeder Betrachter das Motiv selbst interpretieren. Künstliche Intelligenz bezeichnet er übrigens als „ein super Werkzeug und Bereicherung“ für seine Arbeitsprozesse.
Vor Beginn des Projekts verschaffte sich Zimmermann zunächst vor Ort einen Eindruck, fotografierte die Gegebenheiten und überlegte, wie sich das Motiv harmonisch mit der Architektur verbinden ließe. „Man muss es gut vorbereiten“, machte er deutlich. Gleichzeitig müsse man aber auch improvisieren können.
Seine Arbeit ist inzwischen europaweit gefragt. So war Guido Zimmermann unter anderem bereits in Italien, Finnland und Frankreich tätig. Die nächsten Projekte führen ihn nach Riesa und Mainz.
Trotz der körperlichen Strapazen – vier Tage Arbeit, teilweise stundenlang in der prallen Sonne und bis in die Abendstunden – zieht Zimmermann ein positives Fazit. Das Projekt in Walldorf habe ihm „total Spaß gemacht“. Das Ergebnis kann nun bewundert werden. Eine gute Gelegenheit dazu bietet das Jubiläumsfest „125 Jahre Stadtrechte“ am Samstag, 25., und Sonntag, 26. Juli, auf dem Gelände des Schulzentrums.