29.07.2026, Startseite
Ein bleibendes Kunstwerk für die Stadt
Die jungen Künstler enthüllen die beiden Bronzereliefs an der Stele vor der Sparkasse. Foto: Helmut Pfeifer
Enthüllung der beiden von der Kikusch gestalteten Bronzereliefs an der Stele vor der Sparkasse
„Für die Kinder ist das etwas wirklich Besonderes“, sagt Elisabeth Kamps. Die Leiterin der Kinder- und Jugendkunstschule Kikusch der Volkshochschule Südliche Bergstraße freut sich gemeinsam mit ihren jungen Künstlerinnen und Künstlern über die seltene Möglichkeit, an der Stele auf dem Sparkassenvorplatz zwei Bronzereliefs zu gestalten und den ganzen Prozess von der Idee bis zur Fertigung mitzuerleben. Die Kunstwerke werden im Rahmen der Feierlichkeiten zu 125 Jahren Stadtrechte enthüllt und von Bürgermeister Matthias Renschler in seiner kleinen Ansprache Walldorfs Partnerstädten als Geschenk zum Jubiläum präsentiert – „als bleibende Erinnerung an schöne Stunden und Tage“, wie er sagt.
Besonders freut den Bürgermeister, dass die Kunstwerke von Kindern und Jugendlichen gestaltet worden sind. „Von jungen Menschen, die sich mit viel Kreativität, Fantasie und Engagement Gedanken darüber gemacht haben, was Walldorf ausmacht. So ist nicht nur ein Kunstwerk entstanden, sondern auch ein starkes Zeichen dafür, wie lebendig und gemeinschaftlich unsere Stadt ist“, sagt Renschler. Er verrät auch, dass die Stele vor der Sparkasse 1996 an dieser Stelle eingeweiht worden ist, an der einst das Geburtshaus von Johann Jakob Astor gestanden hat.
Noch sind die beiden Bronzereliefs zu diesem Zeitpunkt verhüllt, doch der Bürgermeister macht schon einmal neugierig darauf, was gleich zu sehen sein wird. „Das eine Relief erzählt von der Vielfalt Walldorfs und von den internationalen Verbindungen, die unsere Stadt prägen. Viele verschiedene kulturelle Einflüsse kommen hier in Walldorf zusammen und bilden ein gemeinsames Ganzes – so wie in unserer Stadt Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen miteinander leben und unsere Gemeinschaft bereichern.“ Dabei seien die Partnerstädte ebenso ins Relief eingeflossen wie kulinarische Eindrücke aus zahlreichen weiteren Ländern, vor allem Süßigkeiten. Für den Bürgermeister „eine schöne, eine originelle Verbindung“.
Das zweite Relief erinnere dagegen an die Verleihung der Stadtrechte und damit an die historischen Wurzeln Walldorfs. Es zeige als zentrales Motiv die Urkunde, mit der Großherzog Friedrich I. Walldorf im Jahr 1901 die Stadtrechte verliehen hat. „Und es schlägt eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und zeigt: Wer die eigene Geschichte kennt, kann auch die Zukunft bewusst gestalten“, sagt Renschler. Sein Dank gilt Elisabeth Kamps, der Kikusch und ihrem Jugendrat, allen beteiligten Kindern und Jugendlichen sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern dieses Projekts, darunter der städtische Fachdienst Kultur und Sport und der Bauhof. „Sie alle haben dazu beigetragen, dass aus einer Idee ein bleibendes Kunstwerk für unsere Stadt geworden ist“, erklärt der Bürgermeister. Für die Gäste aus dem Ausland wird seine Ansprache von Erika Cosset (Beigeordnete aus Saint-Max) ins Französische und von Armin Rößler (Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit) ins Englische übersetzt.
Im Anschluss an die Enthüllung haben die Gäste, darunter zahlreiche Gemeinderäte und viele Besucherinnen und Besucher aus den Partnerstädten Saint-Max, Astoria, Walldorf/Werra und Freeport sowie der befreundeten Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die Gelegenheit, einen kleinen Gruß im Gästebuch der Kikusch zu hinterlassen. Und das mit der historischen Eisengallustinte, die seit vielen Jahrhunderten für Urkunden und Kalligraphie verwendet wird, vermutlich auch von Großherzog Friedrich, als er 1901 die Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte unterzeichnet hat. Die Tinte haben die Kinder im Färbergarten der Kinder- und Jugendkunstschule unter anderem aus Galläpfeln von Walldorfer Eichenblättern hergestellt.