24.09.2026, Startseite

Für Notfälle gut vorbereitet

Ein beliebtes Anschauungsobjekt auf dem Informationstag zum Katastrophenschutz: das Boot der DLRG. Foto: Helmut Pfeifer

Stadt und Rettungsorganisationen informieren zum Katastrophenschutz

„Was ist ein Notfalltreffpunkt?“ Das wollen beim ersten Informationstag zum Katastrophenschutz zahlreiche vor allem der erwachsenen Besucherinnen und Besucher in der evangelischen Kirche wissen. „Viele können mit dem Begriff nichts anfangen“, sagt der städtische Katastrophenschutzmanager Florian Liebscher. „Wir mussten sie praktisch bei null abholen.“ Und dabei einige Missverständnisse aufklären: Denn ein Notfalltreffpunkt soll auch in Notlagen kein Ort für eine dauerhafte Unterbringung sein, kein Ersatz für Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen und kein Ort für eine Vollversorgung oder eine Essensausgabe.

Der Notfalltreffpunkt, der in Walldorf bei einem Ausfall der Kommunikation, bei Stromausfällen oder gar einem Blackout, bei einem extremen Starkregen-Ereignis sowie beim Ausfall wichtiger Infrastruktureinrichtungen oder sonstigen Katastrophen in der evangelischen Kirche eingerichtet werden würde, soll stattdessen der Bevölkerung je nach Notlage Informationen über die aktuelle Situation und zu weiteren Hilfsangeboten liefern, Notrufe und Kommunikation ermöglichen, Erste Hilfe und medizinische Unterstützung sowie Orientierung bieten und auch die Stromversorgung wichtiger Geräte ermöglichen. Er dient demnach als zentrale Anlaufstelle – weshalb die Kirche mit ihrer zentralen Lage dafür auch gut geeignet ist – und keineswegs als Ort, an dem sich die Menschen im Katastrophenfall über einen längeren Zeitraum aufhalten würden.

„Wir führen sehr gute, sehr konstruktive Gespräche“, sagt Alena Müller, die Fachbereichsleiterin Ordnung und Umwelt, die gemeinsam mit dem Katastrophenschutzmanager und einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihres Fachbereichs in der evangelischen Kirche für Fragen rund um diesen Treffpunkt im Fall außergewöhnlicher Schadenslagen bereitsteht. Auch bei den Kindern gebe es dafür viel Interesse, hat sie festgestellt. Das ist dann auch eine weitere Besonderheit des Informationstags zum Katastrophenschutz: Denn im Rahmen des Programms „Katastrophenschutz an Schulen“ des Landes Baden-Württemberg sind alle sechsten Klassen der Walldorfer weiterführenden Schulen vor Ort. Darüber hinaus sind einige Kita-Gruppen unterwegs.

Während die Kinder (und natürlich auch alle interessierten Erwachsenen) in der Kirche vor allem mit Informationen und Flyern zu Notfall-Themen versorgt werden, hält die vordere Hauptstraße zwischen Drehscheibe und Marktplatz jede Menge Anschauungsmaterial aus dem Blaulichtbereich bereit. Die Freiwillige Feuerwehr Walldorf, das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) präsentieren sich mit Fahrzeugen, Materialien und zahlreichen praktischen Vorführungen.

„Vielen Dank für das große Engagement“, sagt Bürgermeister Matthias Renschler schon bei der ersten Station seines Rundgangs an die Adresse des THW, stellvertretend für alle Mitwirkenden. Er spricht von einer „klasse Aktion“ und freut sich über den sehr guten Zuspruch. Die Kinder dürfen mit einem Stempelheft ihre bereits besuchten Stationen dokumentieren, erhalten später eine Urkunde und sind dadurch zusätzlich motiviert. „Wir haben schon einiges gelernt“, sagt einer der Schüler, ehe es ihn schnell weiterzieht: Beim THW darf man sich ins Führerhaus des riesigen Baggers setzen.

„Die Schulklassen sind sehr interessiert, den Kindergartengruppen macht es richtig Spaß“, meint Andreas Schuppe, Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins. Auch einige Erwachsene hätten schon bei ihm nachgefragt, wie weit man in Walldorf mit dem Katastrophenschutz sei. Daneben gibt es beim DRK beispielsweise den Inhalt eines Notfallrucksacks zu sehen oder die Schüler dürfen sich gegenseitig auf Tragen transportieren. „Kindern etwas zu erklären, ihre Begeisterung, ihre Neugier – das ist meine Welt“, sagt die Landtagsabgeordnete und frühere Bürgermeisterin Christiane Staab, die den Kindern vor einem Abrollbehälter anschaulich von der Arbeit der Feuerwehr erzählt.

Matthias Haffner vom DLRG St. Leon führt vor, wie Taucher „bei null Sicht unter Wasser“ kommunizieren. „Früher ging das nur über Zugzeichen an der Leine“, sagt er. Heute sei die Vollgesichtsmaske mit Mikrofon und Kopfhörer ausgerüstet, das Telefonkabel gehe mit auf Tauchgang. Das große Boot, das die DLRG mitgebracht hat, lockt zudem natürlich viele der jungen Besucher, sich einmal hineinzusetzen. Und die Aktiven des Walldorfer DLRG-Ortsverbands informieren über die Ausbildung und laden dazu ein, die Wasserrettung auf dem Trockenen auszuprobieren: Dafür muss man nur den Wurfsack zielsicher in Richtung einer Gummi-Ente schleudern und natürlich das Seil in Händen behalten. Das klappt bei einigen ganz gut, bei anderen landet der Sack jedoch im Baum. Ein Problem, das es glücklicherweise bei der Rettung im offenen Gewässer nicht geben sollte …