29.07.2026, Startseite
Gelebte Freundschaft über Grenzen hinweg
Jürgen Kamm (li.) ist neuer Ehrenbürger von Astoria in Oregon. Die Ehrung überbrachte ihm der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Bruce Conner. Foto: Stadt Walldorf
Deutsch-Amerikanischer Freundeskreis holte seine Jubiläumsfeier nach
Die Stadt Astoria in Oregon hat einen neuen Ehrenbürger: Jürgen Kamm. Bruce Connor, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees, überreichte dem langjährigen Vorsitzenden des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises die aufwändig gestaltete Urkunde „mit höchster Wertschätzung und Dankbarkeit“. Kamm, ehemaliger Hauptamtsleiter der Stadt Walldorf und in dieser Funktion auch für die Städtepartnerschaften zuständig, habe „Freunde zu Nachbarn“ gemacht, so Connor.
Die Ehrung fand im Rahmen der Feierlichkeiten des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises statt, der am Jubiläumswochenende zu 125 Jahren Stadtrechte sein eigenes 25-jähriges Bestehen nachfeierte. Das hätte ursprünglich im Jahr 2018 angestanden, wie die Vorsitzenden Edith Kempf und Brian Cinetti in ihrem Rückblick aufzeigten, war dann aber zunächst auf 2020 verschoben worden – weil die Stadt zur 1250-Jahr-Feier ihrer ersten urkundlichen Erwähnung auch Gäste aus den US-amerikanischen Partnerstädten eingeladen hatte. Die Corona-Pandemie durchkreuzte diese Pläne und so wurde das Jubiläum nun mit acht Jahren Verspätung nachgeholt. „Jetzt sind unsere Gäste aus Freeport und Astoria hier und wir haben die Gelegenheit, das Jubiläum nachzufeiern“, sagte Edith Kempf. Jürgen Kamm ergänzte als ehemaliger Vorsitzender, dank der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat sei der Verein „finanziell gut ausgestattet“. Dafür wolle er sich ausdrücklich bedanken.
„Seit mehr als einem Vierteljahrhundert steht der Deutsch-Amerikanische Freundeskreis für Begegnung, für Verständigung und für gelebte Freundschaft über Ländergrenzen hinweg“, sagte Bürgermeister Matthias Renschler. Ursprünglich für die Partnerschaft mit Astoria 1993 zum 30-jährigen Bestehen gegründet, sei dieses Engagement auch auf Freeport und Waldorf/Maryland ausgeweitet worden. „Sie schaffen Räume für Austausch, für kulturelles Miteinander und für das bessere gegenseitige Verständnis — Werte, die gerade in unserer heutigen Zeit von besonderer Bedeutung sind. Dafür darf ich Ihnen im Namen der Stadt Walldorf und ganz persönlich danken“, so der Bürgermeister. Für die Zukunft wünschte Renschler „viel Erfolg, weiterhin lebendige Begegnungen und viele Menschen, die Ihre Idee der Freundschaft mittragen“.
Andy Davis, Stadtrat aus Astoria, bescheinigte Walldorf „eine enorme Entwicklung“, die für Astoria eine Inspiration sei, ähnliche Erfolge anzustreben. Dem Deutsch-Amerikanischen Freundeskreis sagte er „vielen Dank“ für sein Engagement. Ein Dankeschön, dem sich Robert Kennedy, der Bürgermeister von Freeport, gerne anschloss. „Die Gastfreundschaft ist unglaublich“, sagte er und sprach seine Glückwünsche zum Jubiläum aus. Szenenapplaus erntete Ray Maguire, Leiter der Feuerwehr, für seine komplett auf Deutsch vorgetragene Rede. „Wir fühlen uns sehr glücklich, Teil dieser Partnerschaft sein zu dürfen“, sagte er und fügte an: „Sie sind für uns mehr Familie als Freunde geworden.“ Der ehemalige Feuerwehrkommandant Donald Mauersberger erklärte: „Vielen Dank für die Großzügigkeit des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises.“
Zur Feierstunde in der Mensa des Schulzentrums gehörten auch weitere Ehrungen durch den Freundeskreis: Edith Kempf und Brian Cinetti ehrten Donald Mauersberger, Don und Debbie Rowan sowie in Abwesenheit Christa Birkenmaier, Heinz Merklinger und Margot Schleich. Ein gemeinsames Mittagessen und geselliges Beisammensein schloss sich an, ehe man zusammen auf dem Festgelände des Schulzentrums beim Jubiläum „125 Jahre Stadtrechte“ weiter feierte.