25.09.2026, Startseite
„Startschuss für die Tierpark-Offensive“
Mit dem ersten Spatenstich haben die Arbeiten für das neue Betriebsgebäude des Tierparks begonnen, das bis Frühjahr 2028 fertiggestellt werden soll. Foto: Helmut Pfeifer
Symbolischer Spatenstich für das neue Betriebsgebäude
„Heute ist ein wunderbarer Tag“, freut sich Bürgermeister Matthias Renschler am Freitagnachmittag beim symbolischen Spatenstich für das neue Betriebsgebäude über den „Startschuss für die Tierpark-Offensive“. Denn die beliebte Freizeiteinrichtung ist zwar immer noch „eine Perle“, wie es der Bürgermeister ausdrückt, aber nach mehr als einem halben Jahrhundert doch in die Jahre gekommen. Mit einer neuen Konzeption, die im Gemeinderat vorgestellt und beschlossen wurde und an der sich auch die Bevölkerung mit einer großen Umfrage beteiligen konnte, soll der Tierpark behutsam in die Neuzeit geführt, „erneuert und zeitgerechter gestaltet werden“, so Matthias Renschler. Davon profitieren nach seinen Worten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Besucher und Tiere. Der Bürgermeister begrüßt zum Spatenstich neben zahlreichen Gemeinderäten, dem Team des Tierparks und Vorstandsmitgliedern des Fördervereins auch viele Vertreter der beteiligten Büros und Firmen.
Inhaltlich hat sich in den vergangenen Jahren, seit die Stadt 2019 die Trägerschaft übernommen hat, bereits einiges getan, unter anderem mit einer Neuordnung der Gehege, einem stärkeren Augenmerk auf heimischen Tierarten und großen Anstrengungen im Artenschutz. Baulich erfolgt nun ebenfalls ein großer Schritt: Das neue Betriebsgebäude, 45 Meter lang und elf Meter tief, soll nach seiner fürs Frühjahr 2028 geplanten Fertigstellung neben einer Quarantänestation und der Futterküche vor allem auch Räume fürs Personal, Büros und die sogenannte „Tierparkschule“ beherbergen. einen Schulungsraum, in dem es tierpädagogische Angebote vor allem für Kinder geben wird. „Das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass wir den pädagogischen Bereich mit einbinden“, erklärt der Bürgermeister. Die Kosten für das Gebäude beziffert er auf voraussichtlich rund 2,9 Millionen Euro. Sein Dank gilt dem Team des Tierparks „für die wertvolle Arbeit“ sowie allen am Bauprojekt Beteiligten: dem Stadtbauamt, dem Gemeinderat, David Högerich als Leiter des für den Tierpark verantwortlichen Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft, dem Architekturbüro, dem Planungsteam und den Firmen, die hier tätig werden.
„Das war eine ganz besondere Aufgabe für uns“, sagt Architekt Michael Jöllenbeck (Büro Jöllenbeck und Wolf). In über 30 Jahren „hatten wir so etwas noch nie“. Einerseits sei beim Bau des Betriebsgebäudes „Einfachheit gefordert“, andererseits sei „ein vielfältiges Spektrum“ an Räumen mit ganz unterschiedlichen Funktionen unterzubringen. „Alles unter einem Dach“, so Jöllenbeck mit einem Schmunzeln. Dabei stelle man sich der Herausforderung „kompakt und wirtschaftlich zu bauen, effizient zu sein“ – man wolle „einfach bauen, ohne dass wir Normen ignorieren“, und den notwendigen Komfort mit möglichst wenig Technik schaffen. Das Gebäude wird nach seinen Worten als Holzkonstruktion auf einer Betonbodenplatten mit massiven Tonziegel-Außen- und Innenwänden ausgeführt.
„Ein freudiges Ereignis“ ist der Spatenstich für Stadtbaumeister Andreas Tisch. „Bauen ist mittlerweile recht komplex geworden“, schließt er an Jöllenbecks Ausführungen an. „Aber es macht auch Spaß.“ Es sei schön, nach einer längeren Vorbereitung – vom Beschluss über das Raumprogramm im November 2023 bis zur Baugenehmigung im Juli dieses Jahres – nun mit dem symbolischen Spatenstich tatsächlich mit den Arbeiten beginnen zu können. Dabei habe man es sich nicht leicht gemacht, im Verfahren unter anderem mit den Kosten gerungen und dabei noch einiges gegenüber den ersten Planungen reduziert, „um es nicht ausufern zu lassen“ – und das immer in konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Tierpark. Tisch sieht nun „ein gutes, sinnvolles und funktionelles Vorhaben“ und einen „guten Startpunkt, um die nächsten Schritte zu gehen“. Folgen werden im Tierpark unter anderem ein Schaubauernhof und eine Neugestaltung des Spielplatzes. Der Stadtbaumeister dankt gleichfalls allen Beteiligten und wünscht sich, „dass alles unfallfrei abläuft“.
Am Rande des Spatenstichs wird auch angesprochen, dass das Gerücht, das Tierpark-Restaurant müsse wegen der Neukonzeption schon bald schließen, jeder Grundlage entbehrt. Noch gibt es keinen Beschluss des Gemeinderats, in welcher Form die Gastronomie irgendwann in den kommenden Jahren neu gestaltet werden könnte.