27.10.2026, Leben in Walldorf

Stille Demonstration für den Frieden

Am Volkstrauertag wird der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Archivfoto: Pfeifer

Volksbund ruft zum Besuch der Gedenkveranstaltungen am Volkstrauertag auf

Am Sonntag, 15. November, wird bundesweit der Volkstrauertag begangen. In Walldorf findet die Gedenkstunde an diesem Tag ab 11.15 Uhr in der Friedhofskapelle auf dem Friedhof statt. Mitwirkende sind die Stadtkapelle, Kurpfalz Sound (ehemals Eintracht Germania), die Freiwillige Feuerwehr und die Reservistenkameradschaft, Bürgermeister Matthias Renschler, Pfarrer Dr. Uwe Boch und Peter Köhler (VdK).

Laut einer Pressemitteilung des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge fragen sich viele Bürgerinnen und Bürger, warum sie die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in ihrer Kommune besuchen sollten. Dazu schreibt der Verein: 1954 sei der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge von der Regierung Adenauer beauftragt worden, die Kriegstoten des Zweiten Weltkriegs zu bergen und beizusetzen. Das mache der gemeinnützige Verein heute noch immer, setze sich dazu noch für Versöhnung, Verständigung und Friedenserziehung ein. Der Volkstrauertag sei dabei ein zentrales Zeichen gegen das Vergessen, gegen Feindschaft und für eine demokratische Gesellschaft.

Der Volkstrauertag sei mehr als nur ein Rückblick in die Geschichte. Er sei eine stille Demonstration für den Frieden, gegen Hetze, Hass und Gleichgültigkeit. Jeder Kriegsgräberfriedhof, jeder Grabstein erinnere an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart. Friedensarbeit beginnt im Kleinen, betont der Volksbund: mit Begegnungen junger Menschen, mit Bildungsprojekten und mit dem gemeinsamen Erinnern. Gerade jetzt sei es wichtig, der Gleichgültigkeit entgegenzutreten und sich aktiv für die europäischen Werte einzusetzen.

Die Teilnahme an den lokalen Gedenkveranstaltungen am 15. November ist laut der Mitteilung des Volksbundes ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern von Krieg und Gewalt, mit all jenen, die sich weltweit für Frieden engagieren. Denn wer die Folgen von Krieg vergesse, laufe Gefahr, sie zu wiederholen. Deshalb bittet der Volksbund als Initiator dieses Gedenktages um Teilnahme an den lokalen Gedenkveranstaltungen, damit viele Menschen ein stilles Zeichen für den Frieden senden.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist nach eigener Darstellung eine humanitäre und gemeinnützige Organisation, die im Auftrag der Bundesregierung die Gräber deutscher Kriegstoter im Ausland erfasst, erhält und pflegt. Diese Kriegsgräberstätten seien nicht nur Orte des individuellen Gedenkens, sondern auch Mahnmale für Frieden und Versöhnung. Als Friedensorganisation erinnere der Volksbund an die Folgen von Krieg und Gewalt – eine Aufgabe, die gerade in der heutigen Zeit von besonderer Bedeutung sei. Ein zentraler Bestandteil der Arbeit des Volksbundes sei die Jugend- und Bildungsarbeit. In internationalen Workcamps, schulischen Projekten und Bildungsangeboten setzten sich junge Menschen aktiv mit Geschichte, Erinnerungskultur und Friedensfragen auseinander. Dabei entstünden Räume für Begegnung, Austausch und Verständigung über Grenzen hinweg – ein wichtiger Beitrag zur Förderung eines verantwortungsvollen und friedensorientierten Miteinanders. Obwohl der Volksbund im staatlichen Auftrag handle, finanziert er seine Arbeit nach eigenen Angaben überwiegend durch Spenden und freiwillige Zuwendungen.