22.07.2026, Umwelt- und Klimaschutz
Tigermücken machen keinen Urlaub
Foto: Stadt Walldorf
Stadt bittet Bevölkerung um Unterstützung bei der Bekämpfung
Die Stadt Walldorf bittet die Bürgerinnen und Bürger, die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke aktiv zu unterstützen. Gerade bei hohen Temperaturen und Wasseransammlungen durch Regenfälle findet die Tigermücke ideale Entwicklungsbedingungen und kann sich innerhalb kurzer Zeit stark vermehren.
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke wurde erstmals 2007 in Deutschland nachgewiesen und hat sich seitdem in zahlreichen Kommunen ausgebreitet. Sie legt nur kurze Strecken zurück und fliegt in der Regel nicht weiter als 100 Meter. Häufig wird sie jedoch unbemerkt mit Fahrzeugen transportiert und gelangt so als „blinder Passagier“ in neue Gebiete.
Wird die Tigermücke nicht konsequent bekämpft, kann sie schnell zur Plage werden. Darüber hinaus kann sie Krankheitserreger wie Dengue- oder Chikungunya-Viren übertragen. Das Risiko einer Übertragung ist in Deutschland derzeit zwar gering, lässt sich aber durch eine erfolgreiche Bekämpfung der Tigermücke zusätzlich reduzieren. Entscheidend ist dabei die Mitwirkung der Bevölkerung. Jede und jeder kann dazu beitragen, Brutstätten im eigenen Wohnumfeld zu beseitigen und so die Ausbreitung der Tigermücke einzudämmen.
Die Stadt wird dabei von erfahrenen Biologinnen und Biologen unterstützt und bietet gemeinsam mit der Fachfirma Icybac Hilfe zur Selbsthilfe an. In besonders betroffenen Gebieten führen Mitarbeitende der Firma kostenlose Tür-zu-Tür-Beratungen durch und unterstützen direkt vor Ort bei der Bekämpfung von Brutstätten.
Walldorfer Bürger können in der Hebelstraße 9 in Heidelberg während der Öffnungszeiten der Icybac (mittwochs von 9 bis 13 Uhr sowie freitags von 14 bis 18 Uhr) kostenlos Bti-Tabletten, Hüpferlinge (kleine Krebse, die die Larven der Tigermücke fressen) und Netze für Regentonnen abholen. Auf dem Walldorfer Wochenmarkt wird es außerdem jeweils donnerstags am 13. August und am 3. September Informationsstände zum Thema geben.
Die Asiatische Tigermücke nutzt überwiegend künstliche Wasseransammlungen als Brutstätte. Dazu zählen unter anderem Regentonnen, Zisternen, Gullys, Eimer, Gießkannen, Blumentopfuntersetzer, Wasserschalen, verstopfte Abflüsse oder herumliegendes Plastikspielzeug. Überall, wo Wasser länger als eine Woche stehen bleibt, können sich Larven entwickeln.
Deshalb sollten unnötige Behälter entfernt oder regengeschützt gelagert werden. Regentonnen und andere unverzichtbare Wasserbehälter sollten zunächst mit Bti-Tabletten behandelt und anschließend lückenlos mit einem Deckel oder einem feinmaschigen Netz verschlossen werden. Ergänzend können Hüpferlinge eingesetzt werden, die über mehrere Wochen frisch geschlüpfte Mückenlarven fressen und so die Wirkung der Bti-Behandlung sinnvoll unterstützen. Gullys oder andere nicht verschließbare Brutstätten sollten regelmäßig im Abstand von zwei bis drei Wochen mit Bti behandelt werden.
Die Bekämpfung ist nur dann erfolgreich, wenn möglichst viele Menschen mitmachen. Bleiben einzelne Brutstätten unbehandelt, können sich die Tigermücken dort weiter vermehren. Wer sich stärker engagieren möchte, kann sich online zur Straßenpatin oder zum Straßenpaten ausbilden lassen und die Nachbarschaft unterstützen.
Gerade vor Urlaubsbeginn ist es wichtig, den Außenbereich „urlaubsfest“ zu machen. Nicht benötigte Gefäße sollten entfernt oder entleert, Wasserbehälter gesichert und Vogel- oder Igeltränken umgedreht werden, damit sich kein Regenwasser sammeln kann. Außenabläufe und Hofgullys sollten vor der Abreise mit Bti behandelt werden. Wer länger verreist, kann auch Nachbarn oder Straßenpaten bitten, die Brutstätten regelmäßig zu kontrollieren.
Wer aus einem Gebiet zurückkehrt, in dem die Tigermücke bereits verbreitet ist, sollte sein Fahrzeug kontrollieren und gegebenenfalls vorhandene Mücken beseitigen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Hierfür können handelsübliche Insektensprays auf Pyrethroid-Basis verwendet werden.
Zum persönlichen Schutz empfiehlt sich das Tragen möglichst bedeckender Kleidung sowie die Verwendung wirksamer Mückenabwehrmittel auf Basis von Icaridin oder DEET. Für Kinder werden Präparate mit Icaridin empfohlen. Produkte mit pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Citronella, Lavendel oder Geraniol bieten dagegen meist nur einen eingeschränkten Schutz. Wer nach einer Reise in ein Tigermückengebiet unter Fieber, Gelenkschmerzen oder allgemeinem Unwohlsein leidet, sollte einen Arzt mit tropenmedizinischer Erfahrung aufsuchen.
Zusätzlichen Schutz bieten Fliegengitter an Fenstern und Türen, die das Eindringen der Stechmücken in Wohnräume verhindern. Mit wenigen, konsequent umgesetzten Maßnahmen kann jeder dazu beitragen, die Ausbreitung der Tigermücke einzudämmen, um den Sommer für sich und die Nachbarschaft möglichst ungestört zu genießen.