08.07.2026, Kultur & Freizeit

Walldorf bringt seine Verkehrsthemen nach Stuttgart

Das Vernetzungstreffen der Mobilitätspakte fand unter Mitwirkung der Städte Walldorf und Wiesloch in Stuttgart statt. Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg/Franziska Kraufmann

Landesweites Vernetzungstreffen der Mobilitätspakte

Beim landesweiten Vernetzungstreffen der Mobilitätspakte in Stuttgart hat der Mobilitätspakt Wiesloch/Walldorf seine aktuellen Herausforderungen und Projekte eingebracht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung des baden-württembergischen Verkehrsministeriums, bei dem die Stadt Walldorf mit Stadtbaumeister Andreas Tisch vertreten war, stand der überregionale Austausch darüber, wie Verkehrsströme besser gesteuert und Pendlerverkehre nachhaltiger organisiert werden können.
Für die Region Wiesloch/Walldorf bot das Treffen die Gelegenheit, eigene Themen auf Landesebene sichtbar zu machen. In einer Podiumsrunde zum Thema Verkehrsmanagement schilderte Stadtbaumeister Tisch die derzeitigen Herausforderungen rund um die L723. Stefanie Ihrig, Mobilitätsmanagerin des Zweckverbands Metropolpark Wiesloch/Walldorf, stellte in einem Speed-Briefing die Arbeit und die Schwerpunkte des Paktes vor. Damit wurde deutlich, dass auch ein vergleichsweise kleinerer Mobilitätspakt wichtige Impulse setzen kann.

Im anschließenden Austauschformat nutzten die Vertreter des Mobilitätspakts Wiesloch/Walldorf die Gelegenheit, laufende Maßnahmen und Projekte vorzustellen. Andreas Tisch und Stefanie Ihrig erläuterten, welche Themen den Pakt aktuell beschäftigen und beantworteten Fragen anderer Teilnehmer – etwa dazu, wie sich Unternehmen in die Arbeit des Paktes einbringen und wie Infrastrukturprojekte vorangebracht werden können. Gerade für Walldorf, wo Wirtschaft, Pendlerverkehr und Verkehrsbelastung eng miteinander verknüpft sind, sind diese Fragen von besonderer Bedeutung. Von Gewicht war zudem, dass die Vertreter aus Walldorf und Wiesloch der neuen Hausspitze des Verkehrsministeriums mit Verkehrsministerin Nicole Razavi und Staatssekretär Raimund Haser die verkehrlichen Herausforderungen im Raum Walldorf/Wiesloch weitergeben konnten. 

Die Veranstaltung machte zugleich deutlich, dass Walldorf und Wiesloch vom Blick über den Tellerrand profitieren können. Neben dem hiesigen Pakt nahmen auch die Mobilitätspakte aus Heilbronn-Neckarsulm, Aalen-Heidenheim, Mittelbaden, Rhein-Neckar und Lahr teil. Gerade beim Thema regionales Verkehrsmanagement konnten Erfahrungen aus anderen Regionen wichtige Anregungen liefern. Ein Beispiel dafür ist Heilbronn-Neckarsulm: Im Rahmen der Veranstaltung wurde eine Kooperationserklärung für das regionale Verkehrsmanagement in diesem Mobilitätspakt unterzeichnet. Das Land treibt den Prozess dort federführend voran, unterstützt ihn finanziell mit einer Million Euro und bindet bestehende Verkehrsmanagementsysteme ein. Ende 2027 soll zudem die neue Verkehrsmanagementzentrale in Stuttgart in Betrieb gehen, von der aus Verkehrssteuerungsmaßnahmen aktiviert und überwacht werden.

Auch wenn der Mobilitätspakt Wiesloch/Walldorf in der landesweiten Runde eher zu den kleineren Formaten zählt, wurde in Stuttgart deutlich: Kleinere Schritte können ebenfalls große Wirkung entfalten. Gerade bei der Steuerung von Verkehren, der Optimierung von Ampelschaltungen und der Verlagerung auf nachhaltigere Mobilitätsangebote sieht die Region Entwicklungsmöglichkeiten. Dazu hatte bereits zu Jahresbeginn ein Workshop unter Leitung des Verkehrsministeriums stattgefunden.

Für Walldorf bleibt die Erkenntnis, dass die eigenen Verkehrsfragen nicht isoliert betrachtet werden müssen. Der Austausch in Stuttgart zeigte, dass viele Regionen vor ähnlichen Herausforderungen stehen – und dass gemeinsame Strategien helfen können, Mobilität effizienter, klimafreundlicher und besser vernetzt zu gestalten. Gerade für einen stark vom Pendlerverkehr geprägten Standort wie Walldorf ist das eine zentrale Zukunftsaufgabe.