27.10.2026, Startseite

Wenn Gründergeist auf Nachfolge trifft

Freuen sich über die Auszeichnung im Landeswettbewerb „Start-up BW Local“: (v.li.) Bürgermeister Matthias Renschler, Innowerft-Geschäftsführer Dr. Thomas Lindner, Wirtschaftsförderin Susanne Nisius und Yannick Saffar (Innowerft). Foto: Wirtschaftsministerium

Stadt Walldorf beim Landeswettbewerb „Start-up BW Local“ ausgezeichnet

Die Stadt Walldorf erhält das Prädikat „Gründungsfreundliche Kommune 2026/2027“. Das ist das Ergebnis des Landeswettbewerbs „Start-up BW Local“, in dessen Rahmen insgesamt 23 Kommunen und Kommunalverbünde ausgezeichnet wurden. Dabei war die Stadt Walldorf in der Kategorie „Unternehmensnachfolge“ erfolgreich. Das städtische Konzept „Gründergeist trifft Nachfolge“ präsentierten in Stuttgart Bürgermeister Matthias Renschler und Innowerft-Geschäftsführer Dr. Thomas Lindner.

Gemeinsam mit der InnoWerft möchten die Wirtschaftsförderung der Stadt in Walldorf neue Wege für die Unternehmensnachfolge eröffnen. Der Ansatz ist, etablierte Betriebe mit Start-ups und Gründerpersönlichkeiten zusammenbringen, um gemeinsam eine tragfähige Wachstums- und Übergabeperspektive zu entwickeln. Wichtig ist das aus städtischer Sicht, weil rund jeder fünfte Betrieb, der an der jüngsten Unternehmensbefragung teilgenommen hat, in den nächsten drei Jahren eine Übergabe plant. Bei fast 40 Prozent dieser Betriebe ist die Nachfolge noch offen. Ins Konzept „Gründergeist trifft Nachfolge“ bringt die Wirtschaftsförderung den persönlichen Zugang zu den Unternehmen ein, die innoWerft ihre Erfahrung mit Geschäftsmodellen, Wachstum und Finanzierung. Bestehende Beratungsangebote werden dabei gezielt ergänzt. Denn Unternehmensnachfolge bedeutet aus Sicht der beiden Partner auch, Unternehmertum neu zu gestalten und Bestehendes mit neuen Ideen weiterzuführen.

Wie können Kommunen Gründerinnen und Gründer gezielt unterstützen und gründungsfreundliche Rahmenbedingungen vor Ort schaffen? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Landeswettbewerbs. Im Rahmen der fünften Wettbewerbsstufe präsentierten Gemeinden, Städte, Landkreise und interkommunale Verbände ihre Konzepte zur Förderung des Gründungsgeschehens vor einer Jury aus erfahrenen Gründerinnen und Gründern.

Laut einer Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus verdeutlichten die vorgestellten Ansätze die unterschiedlichen Ausgangssituationen und Möglichkeiten kommunaler Gründungsförderung. Das Spektrum habe von kleineren Kommunen, die erste Schritte zum Aufbau gründungsfreundlicher Strukturen unternehmen, bis hin zu Kommunen gereicht, die bereits über etablierte Angebote verfügen und diese gezielt weiterentwickeln möchten. Auch Teilnehmer, die sich bereits in vergangenen Wettbewerbsrunden beteiligt hatten, hätten ihre weiterentwickelten Konzepte vorgestellt.

„Gründerinnen und Gründer bringen neue Ideen in unsere Gemeinden und Städte, schaffen Arbeitsplätze und stärken die regionale Wirtschaft. Damit sie ihre Vorhaben erfolgreich verwirklichen können, braucht es ein Umfeld, das Unternehmergeist fördert und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Unsere Kommunen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Der Landeswettbewerb fördert die Motivation und macht sichtbar, wie vielfältig und engagiert die Gründungsförderung vor Ort gestaltet wird“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Mit der Kategorie „Unternehmensnachfolge“ trägt der Landeswettbewerb laut dem Ministerium der wachsenden Bedeutung des Generationenwechsels in der Wirtschaft Rechnung. Denn neben der Förderung neuer Geschäftsideen gewinne auch die Sicherung und Weiterführung bestehender Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Kommunen könnten diesen Prozess unterstützen, indem sie geeignete Rahmenbedingungen schaffen, Unternehmen und potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger miteinander vernetzen und entsprechende Unterstützungsangebote entwickeln. Weitere Kategorien, in denen Auszeichnungen vergeben wurden, waren „Kleinere Gemeinden und Verbünde bis 85.000 Einwohner“ sowie „Größere Gemeinden und Verbünde ab 85.000 Einwohner“.

Im Mittelpunkt der Pitches standen die Konzepte und Maßnahmen, mit denen die teilnehmenden Kommunen ihre Gründungslandschaft stärken möchten. Die Jury bewertete die präsentierten Konzepte anhand verschiedener Kriterien. Entscheidend waren insbesondere die Orientierung der Maßnahmen am tatsächlichen Bedarf, eine angemessene Ansprache der jeweiligen Zielgruppen sowie die Umsetzungsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Vorhaben. Darüber hinaus flossen der Gesamteindruck des Konzepts und die Qualität der Präsentation in die Bewertung ein.

Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus führt den Landeswettbewerb „Start-up BW Local“ seit 2018 im zweijährigen Turnus in Zusammenarbeit mit den kommunalen Landesverbänden Gemeindetag, Städtetag und Landkreistag sowie dem Industrie- und Handelskammertag und Handwerk BW durch.